Vorfreude ist gross – trotz Misstönen hinter den Kulissen

Die 17. Ausgabe des Jazz Weekend Reinach muss besonders intensiv genossen werden. Wegen des Stadtfests fällt das Jazz Weekend 2015 aus. Die Einschätzung dieser Pause fällt unterschiedlich aus.

Bespielen die Bühne vor der Schreinerei Wenger: Die Hopeman Bluesband aus Lörrach.  Foto: ZVG
Bespielen die Bühne vor der Schreinerei Wenger: Die Hopeman Bluesband aus Lörrach. Foto: ZVG

Am Montag konnte Gemeinderat Paul Wenger die klare Ansage machen, dass das Stadtfest «50 Jahre Reinach» Anfang September 2015 stattfindet und darum das Jazz Weekend im gleichen Jahr ausfallen wird. «Beide Anlässe durchzuführen, wäre aus finanziellen Gründen und aufgrund der fehlenden personellen Ressourcen nicht möglich», so Wenger. Von einem «Bruch» einer Tradition möchte er nichts wissen. «Wenn es einen Bruch gäbe, so würde das zeigen, dass das Jazz Weekend nicht auf einem soliden Boden steht.»

Bedeutend negativer beurteilt Petra Kaderli, die Präsidentin der Arbeitsgruppen Lebendiges Reinach und zugleich OK-Leiterin des Jazz Weekend, die Situation. Das Weekend sei stark im Jahreslauf verwurzelt. Wenn man den Event einmal ausfallen lasse, sei es schwer, die Sponsoren und Helfer bei der Stange zu halten. Eine Möglichkeit, das Stadtfest mit dem Jazz Weekend zu kombinieren, sieht sie nicht. Sie habe einen klaren Leistungsauftrag und vier Plätze zu bespielen. Eine Vermischung von Stadtfest und Jazz Weekend sei weder sinnvoll noch machbar, erklärt Petra Kaderli. «Es ist also eine gewisse Frustration vorhanden.»


Von New Orleans bis verjazzter Klassik

Vorerst aber steht die 17. Ausgabe des beliebten Anlasses vor der Tür. Wie gewohnt macht die Improvisante Streetjazz Band diesen Samstag um 18 Uhr marschierenderweise den Auftakt bei der Schreinerei Wenger in der Ziegelgasse. Im Anschluss ist hier die Hopeman Bluesband zu hören, die in der Promo Blues Night des Blues Festival Basel den dritten Rang eroberte.

Pfuri und Kniri – in den 1970er-Jahren mit dem inzwischen verstorbenen Gorps als Begründer der «Abfallmusik» populär – bieten zusammen mit Zach Prather und dem Band-Projekt Grand Cannon guten Vintage-Blues, Urban Folk-Pop und Dixie. Die Wolverines Jazz Band aus Bern eröffnet mit Dixieland und Swing den Abend auf dem Gemeindehausplatz, gefolgt von der Eric Lee Band und Heinz Flückiger mit seiner Cool Bunch. Auf dem Ernst-Feigenwinter-Platz ist guter Traditional Jazz angesagt. Gewähr dafür bieten die bewährten Pepperhouse Stompers mit dem Spezialgast Ruedi Dahinden. Danach fetzen die Firehouse Six Plus 1 los, mit Dixie bis verjazzter Klassik.


Jazziger Gottesdienst


Der Sonntagsbrunch beginnt um 10 Uhr mit den Darbietungen des Gospelchores Let’s Gospel. Bis 14 Uhr serviert die Spice Ramblers Jazzband eine feurige Mischung von New Orleans Jazz bis Rhythm and Blues.

Trotz des Wermutstropfens, der aus der Zukunft in die diesjährige Ausgabe fällt, äussert sich Petra Kaderli dankbar angesichts des abwechslungsreichen Programms 2014. Der Anlass könne nur «dank der Unterstützung der Sponsoren, der Gemeinde Reinach, des Werkhofs und der beteiligten Vereine mit den von ihnen geführten Festwirtschaften in dieser Form durchgeführt werden.» Die sich stets noch im Gange befindlichen Bauarbeiten an der Hauptstrasse tangieren den Jazz-Event nur wenig.

Weitere Informationen zum Jazz Weekend Reinach gibts im Internet unter <link http: www.freizythuus.ch external-link-new-window>www.freizythuus.ch, Rubrik Jazz.

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