Versicherungskonzern investiert 30 Millionen Franken ins Ortszentrum

Das neue städtebauliche Eingangstor zum Zentrum von Reinach beim Kreisel Bruggstrasse/Hauptstrasse wird von der AXA Leben AG errichtet. Ein Mix aus Wohn und Büroflächen soll dem Versicherungskonzern die gewünschte Rendite bringen.

Markantes Wegzeichen: Baustart des Büro- und Wohngebäudes beim Bruggstrassenkreisel ist frühestens in zwei Jahren.  Visualisierung: ZVG/Kägi Schnabel Architekten
Markantes Wegzeichen: Baustart des Büro- und Wohngebäudes beim Bruggstrassenkreisel ist frühestens in zwei Jahren. Visualisierung: ZVG/Kägi Schnabel Architekten

Bea Asper

Bis am 30. Juni kann die Reinacher Bevölkerung zum Quartierplan Bruggstrasse ihre Meinungen kundtun. Der Gemeinderat eröffnete am Montag das Mitwirkungsverfahren und die Vertreter der Grundeigentümerin, der AXA Leben AG, erläuterten mit ihren Planern das Bebauungsprojekt. Anwohner und Interessierte waren zahlreich erschienen und äusserten in erster Linie Bedenken zur Verkehrserschliessung. Auch die unbefriedigende Situation, dass die Bruggstrasse als Durchgangsachse mit 15 000 Fahrzeugen pro Tag Reinach sehr belaste, wurde moniert.

Gemeindepräsident Urs Hintermann erwiderte, dass er lieber heute als morgen eine Umfahrungslösung präsentieren würde, doch leider niemand eine herbeizaubern könne – und letztlich jeder gerne auf das Auto zurückgreife. Darüberhinaus könne man auch Neuzuzügern nicht verbieten, das Auto zu nutzen. Die geschätzten 270 Fahrten, welche die neue Überbauung pro Tag zusätzlich bringen werde (bis zu 22 Fahrten in der Abendspitzenstunde), seien da aber nur ein paar Tropfen auf den heissen Stein. Urs Hintermann und Vertreter der Bauverwaltung betonten, dass man alle Erschliessungsmöglichkeiten kritisch geprüft hatte und die vorliegende Variante als die beste erachte. Die Ein- und Ausfahrten aus der Tiefgarage erfolgen über den Juraweg in die Bruggstrasse. Flankierende Massnahmen – Einrichtung einer Sackgasse oder ein Linksabbiege-Verbot waren Vorschläge aus der Versammlung – seien durchaus zu prüfen.

Drei- bis siebengeschossige Gebäude

Zur Bruggstrasse und zur Hauptstrasse hin plant die Grundeigentümerin drei- bis siebengeschossige Gebäude mit einem Mix aus Dienstleistungsflächen (Büros, Bank, Versicherung, Quartierladen, Coiffeur etc.) und Mietwohnungen von zweieinhalb bis viereinhalb Zimmer – barrierefrei – für jedes Alter und jede Lebenssituation (Senioren, Alleinerziehende, Singles, Paare, Familien). Zu den benachbarten Quartieren hin entsteht eine Grünanlage mit Bäumen, Sitzbank und Spielelementen.

Insgesamt seien 66 Wohnungen und 300 bis 600 Quadratmeter Gewerbefläche geplant, erklärte AXA-Vertreter Michael Keller. Die Überbauung sei massgeschneidert, passe sich städtebaulich wunderbar in die örtlichen Gegebenheiten ein. Die Fassaden präsentieren sich gemäss aktuellem Projektstand abwechselnd in hellem Stein und Glas.

Parzellenmosaik

Die Voraussetzung für eine koordinierte Überbauung hatte der Architekt Markus Stephan Wenger geschaffen. In jahrelangen Verhandlungen konnte er die verschiedenen Grundbesitzer zum Verkauf der einzelnen Parzellen bewegen und das kleinteilige Mosaik einem neuen Grundeigentümer zur Realisierung eines Gesamtprojektes anbieten. Die Überbauung soll als langfristige Anlage stabile Mieterträge generieren, dies sei für den Versicherungskonzern AXA wichtig für die Erfüllung der Rentenverpflichtung. Die AXA Leben AG investiert rund 30 Millionen Franken in das Bauprojekt und rechnet mit einer Bauzeit von rund 24 Monaten. Im optimistischen Fall kann in zwei Jahren mit dem Bau begonnen werden.

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