Überbauung Buechloch: Futuristische Häuschen in der Waldlichtung

Für das Areal Buechloch liegt ein neues Baukonzept vor. Zumindest optisch weicht der neue Entwurf stark von den Vorgängern ab.

Unkonventionell: Im jüngsten Buechloch-Projekt sollen Wald und Überbauung optisch miteinander verschmelzen.  Foto: ZVG
Unkonventionell: Im jüngsten Buechloch-Projekt sollen Wald und Überbauung optisch miteinander verschmelzen. Foto: ZVG

Selten gab eine Waldlichtung so viel zu reden: «Das Areal Buechloch ist in Reinach stark mit Emotionen verbunden», sagte Gemeindepräsident Melchior Buchs (FDP) anlässlich der Informationsveranstaltung zu den neuen Bebauungsplänen im Buechloch am Donnerstag vergangener Woche. Die Anwohnerschaft wurde eingeladen, sich den neusten Bauentwurf für das Areal anzusehen: Fünf Gebäude mit einem ovalen Grundriss mit je drei Stockwerken plus Attikawohnung sollen auf dem Boden der Waldlichtung gebaut werden. Die Überbauung soll 35 bis 40 Wohnungen umfassen.

Schreckgespenst Hochhaus

Das letzte Bauvorhaben im Buechloch war 2014 an der Urne mit 5382 Nein- zu 2089 Ja-Stimmen grandios gescheitert – von einem «Hochhaus im Wald» war die Rede. Während des Abstimmungskampfes kochten die Emotionen hoch. Gegner des zwölf Stockwerke hohen Gebäudes warfen den Befürwortern vor, nicht mit offenen Karten zu spielen: So war auf dem Plakat, das für den Bau warb, nicht etwa das Gebäude, sondern ein Frosch, ein Baum und ein Sessel zu sehen. Die Gegner befürchteten eine Zerstörung der Natur, insbesondere der naheliegenden Amphibiengewässer.

Nach dem gescheiterten Vorhaben verkauften die Eigentümer das Land an die Fagus Immobilien AG. Im Frühjahr 2018 wurden die Anwohner zu zwei Dialog-Veranstaltungen eingeladen. Das Ziel: Vertrauen aufzubauen und das Schreckgespenst Hochhaus endgültig zu begraben. Der neue Eigentümer, Gemeinde und Bevölkerung sollten zusammen an einen Tisch sitzen und sich über Anliegen, Rahmenbedingungen und Beweggründe austauschen. Doch auch diese Vorgehensweise brachte nicht die gewünschte Versöhnung mit dem Bauvorhaben Buechloch: «Nachdem unser neuer Vorschlag für ein Bauprojekt an der zweiten Dialog-Veranstaltung sehr kritisch beurteilt wurde, gingen wir nochmals über die Bücher», so Architekt Heinrich Degelo.

Für einmal auch Lob

Das neuste Baukonzept weicht optisch stark von seinen Vorgängern ab: «Die ovale Form und die hölzern anmutenden Fassaden passen sich optisch dem umliegenden Wald an», so die Architekten. Auf die umliegende Natur werde das Projekt keinen negativen Einfluss haben. Und für einmal gab es tatsächlich Lob an die Adresse der Architekten: «Es ist ein sehr unkonventioneller und mutiger Entwurf», so ein Anwohner. Gegenüber dem «Wochenblatt» äussert sich eine Anwohnerin aber kritisch: «40 neue Wohnungen erträgt es im Buechloch nicht. Schon wegen des zu erwartenden Mehrverkehrs.» Der Gemeinderat wird nun das Bebauungskonzept für die Quartierplanung freigeben. Gegen den Quartierplan kann später das Referendum ergriffen werden.

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