Heizen mit Holz aus der Region

Bereits in einem Jahr sollen die ersten Haushalte an den neuen Wärmeverbund Reinach der IWB angeschlossen werden. Die Bauarbeiten für die Heizzentrale haben begonnen.

Am Spatenstich dabei: (v. l.) Ferdinand Pulver (Gemeindepräsident), Claus Schmidt (CEO der IWB), Bruno Jordi (Leiter Wärmeverbünde Schweiz, IWB), Doris Vögeli (Gemeinderätin) und Dominic Festini (Projektleiter IWB). Foto: Tobias Gfeller
Am Spatenstich dabei: (v. l.) Ferdinand Pulver (Gemeindepräsident), Claus Schmidt (CEO der IWB), Bruno Jordi (Leiter Wärmeverbünde Schweiz, IWB), Doris Vögeli (Gemeinderätin) und Dominic Festini (Projektleiter IWB). Foto: Tobias Gfeller

Gebannt blickten die Verantwortlichen der Industriellen Werke Basel (IWB) und der Gemeinde Reinach zur mächtigen Baggerschaufel, die die ersten Stiche in den Boden gräbt. Gemeinsam feierten die IWB und die Gemeinde Reinach am Montagnachmittag den Spatenstich für die Heizzentrale des neuen Wärmeverbunds Reinach neben dem Friedhof Fiechten. Ab Herbst 2026 sollen die ersten der insgesamt rund 1800 Haushalte mit klimafreundlicher Wärme versorgt werden. «Das ist ein wichtiges Projekt für Reinach. Der Wärmeverbund kommt genau zum richtigen Zeitpunkt», sagte Gemeinderätin Doris Vögeli (GLP) in ihrer Ansprache und meinte damit das ab dem kommenden 1. Januar im Kanton Baselland geltende Verbot für den Einbau von neuen Öl- und Gasheizungen.

Für den Bau der Heizzentrale gab die Gemeinde Reinach eine gemeindeeigene Parzelle von rund 1100 Quadratmetern im Baurecht an die IWB ab. Der dort zuvor ansässige Gartenbauverein erhielt von der Gemeinde rund 200 Meter südlich eine andere Parzelle zur Verfügung gestellt. «Wir sind auf viel Goodwill gestossen, auch weil wir sofort ein Alternativangebot machen konnten», erklärt Gemeindepräsident Ferdinand Pulver (FDP).

Nachfrage ist bereits gross

Der Wärmeverbund stosse in der Bevölkerung auf viel Wohlwollen, betonte IWB-CEO Claus Schmidt. Bereits seien Anschlussverträge im Umfang von 3,5 Gigawattstunden pro Jahr unterschrieben worden. Die für die Heizzentrale benötigten Holzschnitzel kämen aus der erweiterten Region Basel. Das sei in der öffentlichen Mitwirkung mehrfach als Bedürfnis genannt worden, berichtete Gemeinderätin Doris Vögeli. Die IWB haben vertraglich festgeschrieben, dass das Holz für die Feuerungsanlage von nicht weiter als aus 25 Kilometern Entfernung stammen darf.

Die Funktionsweise eines Wärmeverbunds ist simpel: In der Heizzentrale wird durch das Verbrennen von Holz Wärme erzeugt. Das dadurch erhitzte Wasser fliesst durch ein unterirdisches Leitungssystem zu den angeschlossenen Gebäuden. Für die Heizzentrale, die eine Wärmeleistung von 7,5 Megawatt erreichen kann, werde kein Bauholz verwendet, versicherte Schmidt. Der Wärmeverbund Reinach sei für die IWB nicht einfach ein kleiner Wärmeverbund unter vielen, gab Projektleiter Dominic Festini zu bedenken. «Mit 220 angeschlossenen Liegenschaften ist der Wärmeverbund Reinach schon etwas Grösseres und Wichtigeres für uns.»

Ein viereinhalb Kilometer langes Rohrleitungssystem

Für mehr Effizienz sorgt eine angeschlossene Wärmepumpe, die Abwärme vom Holzkessel aufnimmt und in Energie umwandelt. Das System sei neuartig und sorge dafür, dass für die gleiche Wärmemenge weniger Holz benötigt werde. Für den Wärmeverbund Reinach verbauen die IWB in Reinach Süd ein 4,5 Kilometer langes Rohrleitungssystem. Sollte die Nachfrage nach Anschlüssen weiter zu nehmen, würden die IWB einen zusätzlichen Ausbau des Leitungsnetzes innerhalb wie auch ausserhalb des bisherigen Perimeters gemeinsam mit der Gemeinde Reinach prüfen, heisst es in der Mitteilung der IWB. Während die Industriellen Werke Basel im Süden von Reinach aktiv sind, baut Primeo Energie zurzeit einen Wärmeverbund im nördlichen Teil der Gemeinde.

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