Jeder Auftritt ein Unikat

Der Oberbaselbieter Chansonnier Florian Schneider gastiert morgen Freitag mit seinen «Schangsongs» und Geschichten imGewölbekeller in Reinach.

Bleiben spontan (von links): Adam Taublitz an der Violine, Florian Schneider und Roman Bislin am Piano. Foto: zvg / Kathrin Horn
Bleiben spontan (von links): Adam Taublitz an der Violine, Florian Schneider und Roman Bislin am Piano. Foto: zvg / Kathrin Horn

Einem grossen Publikum bekannt wurde Florian Schneider als Musicaldarsteller und Opernsänger. Als «Phantom of the Opera» begeisterte er in den 1990er-Jahren am Musical Theater Basel in über 500 Vorstellungen Hunderttausende Besucherinnen und Besucher. Längst hat sich der Oberbaselbieter zum Chansonnier gewandelt. Mit seinen «Schangsongs» in Baselbietermundart unterhält er mit urchiger Stimme und einfühlsamen Texten das Publikum. Morgen Freitag gastiert er auf Einladung des Vereins Kultur in Reinach mit seinem aktuellen Programm «Chröt im Haber & Chrähien im Chorn» im Gewölbekeller in Reinach.

«Florian Schneiders ‹Schangsongs›, das sind Lieder von hier für die Leute von hier, das sind unerzählte Geschichten von zuhinterst aus dem Tal», schreibt «Kultur in Reinach» auf seiner Website. «Urchige, unverfälschte Countrysongs, Balladen und Moritaten, Liebes- und Sterbelieder in der Mundart des oberen Baselbiets. Lieder, die weder belehren noch sich kommerziell anbiedern: sehnsüchtig, herb, derb, romantisch und verschroben, aber mit Süsse und Poesie und mit Herz und Schalk.»

Den Moment einfangen

Schneider hat mit seinen «Schangsongs» einen Nerv getroffen. Begleitet von Adam Taublitz an der Violine und Roman Bislin am Piano, erzählt er morgen Freitag in Reinach Geschichten aus dem Alltag, aus seiner Kindheit und seiner Fantasie. Ältere Hits bringt er mit neuen Stücken und Leseproben aus seinem Buch «Chröt im Haber & Chrähien im Chorn» in einen dramaturgischen Zusammenhang.

Das Programm kommt derart gut an, dass Schneider bereits in dessen zweiter Wiederaufnahme auf den Bühnen der Region unterwegs ist. Bei ihm ist kein Auftritt wie der andere. «Es muss spontan und überraschend bleiben. Auch wir auf der Bühne wissen im Vorhinein nicht, wie der Auftritt im Detail aussehen wird», erklärt der Liedermacher. Bei allem, was sie zu dritt auf der Bühne machen, bestehe ein hoher Anteil aus Improvisation. Da könne einer seiner Musiker auch mal zum Solo ansetzen, ohne dass dies vorher abgesprochen sei. Es könne auch sein, führt Schneider aus, dass er ein Stück an einem Abend «machomässig» vortrage, an einem anderen Abend ganz fein.

Zentrale Bedeutung der Sprache

«Mir geht es darum, alles immer neu zu denken und dem Moment zu vertrauen.» Er ist ein Musiker, der seinem Empfinden folgt und blosse Vortragsroutine ablehnt. «Musikalische Freiheit und spontane Reaktion stehen bei uns ganz weit oben», betont der Chansonnier. Mit den «Schangsongs» hat Schneider neben dem Theater seine zweite Berufung gefunden. Dabei geniesst bei ihm der Dialekt eine hohe Priorität. Er singt, wie ihm als gebürtiger Reigoldswiler der «Schnabel sprachlich gewachsen» ist. Er sehe sich aber nicht als Sprachrohr des Oberbaselbiets. «Mein Ansatz ist auch nicht sprachlich konservatorisch. Aber ich lege viel Wert auf die korrekte Verwendung der Grammatik und eine saubere Sprache. Das liegt mir im Blut.»

Schneider freut sich sehr auf das Konzert in Reinach und auf das bekanntlich humorvolle und lockere Publikum im Unterbaselbiet. «Der Gewölbekeller ist ein toller Raum, der den Auftritt zu etwas Besonderem machen wird.»

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