«S goot nümm vill»: Die Reinacher Blaggeddesteht im Zeichen der Sparmassnahmen

Die Gemeinde Reinach muss sparen. Das hat den Blaggedden-Künstler Frank Schmohl zu seinem Sujet inspiriert. Er setzte sich gegen grosseKonkurrenz durch.

Leere Taschen: Die Reinacher Blaggedde thematisiert die klammen Finanzen der Gemeinde.Foto: zvg
Leere Taschen: Die Reinacher Blaggedde thematisiert die klammen Finanzen der Gemeinde. Foto: zvg

Ein Waggis, der mit leeren Hosentaschen vor einem Fünfliber steht: Die diesjährige Blaggedde der Reinacher Fasnacht greift die prekäre Finanzlage der Gemeinde auf. «S goot nümm vill» lautet denn auch das Motto. Viel ging jedoch beim Wettstreit darum, wessen Motiv dieses Jahr die Reinacher Blaggedde ziert.

Das Fasnachtskomitee hat für die kommende Fasnacht nämlich 36 Blaggedden-Eingaben erhalten – ein Rekord, weiss Alain Wyss, Blaggedden-Verantwortlicher beim Fasnachtskomitee Reinach und selbst Obmaa der Junge Knochestampfer-Waggis. Vielleicht sei es auch der finanzielle Anreiz gewesen, der zu dieser hohen Zahl von Eingaben geführt habe. «Bereits zum zweiten Mal konnten wir dank eines Sponsors ein Preisgeld in der Höhe von 333 Franken vergeben.»

Die grosse Mehrheit der Blaggedden-Sujets habe sich mit der finanziellen Situation der Gemeinde auseinandergesetzt, erzählt Wyss. «Das beschäftigt die Menschen in Reinach aktuell sehr.» Die Wahl fiel schliesslich auf das Sujet von Frank Schmohl – kein unbekannter Name: Die Eingaben des Blaggedden-Künstlers haben in den vergangenen Jahren bereits mehrfach in Reinach und anderen Gemeinden abgeräumt.

Ein treffendes Kunstwerkfür die Gemeinde

«Was isch s, wo no immer de Rynacher iiri Gmüeter duet erhitze?», fragte Jürg von den P(r)oscht-Waggis rhetorisch am diesjährigen Blaggettefescht bei der Enthüllung des Siegerprojekts. Bei den umstrittenen Sparmassnahmen streicht auch der Redner die verkürzten Schwimmbad-Öffnungszeiten sowie den Rückzug aus dem Ferienpass heraus. «Dää Umstand het au dr Blaggeddekünschtler regischtriert und drum e unwoorschyynlich dräffends Kunschtwäärgg konzipiert», hiess es weiter.

Der Waggis mit leeren Hosentaschen soll aber nicht bedeuten, dass auch die Fasnacht in abgespeckter Form daherkommt. «Äär sybolisiert zwüsche de Wappedeil mit synere Poose und de uusezoogene Sägg vo synere Waggishoose, dass äär drotz Spaarmodus zun ere geile Faasnacht hüt duet bloose», hiess es weiter.

Rekordeinnahmen imvergangenen Jahr

Ausgewählt haben die Blaggedde Vertreterinnen und Vertreter des Komitees, dazu eingeladen waren auch Vetrteter von Gemeinde, Polizei und Feuerwehr. Die Kosten für die Blaggedde liegen bei 9 (Kupfer), 16 (Silber) und 35 Franken (Gold). Mit dem Geld wird ein Teil der Fasnacht finanziert: «zum einen die Kosten der Blaggedden-Herstellung, zum andern Infrastruktur wie Toilettenwagen oder auch Sicherheits- und Verkehrsdienste», sagt Wyss. Das Geld aus den Blaggedden-Verkäufen reiche aber nicht: «Es ist ein schöner Zustupf.» Im vergangenen Jahr hätte das Komitee eine Rekordeinnahme von über 30000 Franken verbuchen können, freut sich der Blaggedden-Chef.

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