Twistygames: «Daniel Düsentrieb» aus Reinach hat den Dreh raus

Der 15-jährige Sean Dylan Goff hat in der Kategorie Video den 1. Preis eines von der Migros lancierten Wettbewerbs gewonnen. Bereits 2012 gewann der Reinacher einen Robotik-Wettbewerb.

Jungerfinder mit Trophäe: Sean Dylan Goff präsentiert seinen Preis, den er für seinen ferngesteuerten Roboter «TurboTwist» gewonnen hat.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Jungerfinder mit Trophäe: Sean Dylan Goff präsentiert seinen Preis, den er für seinen ferngesteuerten Roboter «TurboTwist» gewonnen hat. Foto: Thomas Brunnschweiler

Wieder einmal schaffte es die Marketingabteilung der Migros, Kinder und Jugendliche für ein paar Wochen ins kollektive Sammelfieber zu versetzen. Es galt, an den Kassen möglichst viele Twisties zu ergattern. Ein Twisty ist ein kleiner bunter Kreisel aus Plastik, mit dem man einfache oder schwierigere Tricks ausführen kann – je nach der Form des Spielzeugs. Vor zwei Wochen wurde die Aktion eingestellt. «Die Kinder waren enttäuscht, als es keine Twisties mehr gab», sagt eine Kassierin im Migros des Mischeli-Zentrums, «sie fragen bis heute nach den Kreiseln.» Beim blossen Sammeln liess es die Migros jedoch nicht bewenden. Via Internet wurde der Begleit-Wettbewerb «Twistygames» lanciert. Es galt, möglichst originelle Videos oder Fotos zu den kleinen Tanzknöpfen zu produzieren.


340 Konkurrenten ausgestochen

Sean Dylan Goff war mit zwei erfindungsreichen Grossvätern und einer nachgewiesenen Hochbegabung geradezu prädestiniert, bei diesem Wettbewerb einen Coup zu landen. Er baute einen ferngesteuerten Roboter aus Twisties, der nicht nur fahren und schwimmen kann, sondern dessen Augen auch verschiedenfarbig leuchten oder blinken. Sein rund 25 cm langer TurboTwist kam Sean auf nicht einmal 30 Franken zu stehen. Er verwendete Bauschaum von einer Baustelle, vier Kleinmotoren mit Direktantrieb, eine Batterie, einen Mikrocontroller (Minicomputer) und LED-Lämpchen für die Augen. Während des Internet-Votings fand der TurboTwist mit 326 Votes den grössten Anklang; das Projekt blieb seit Anfang Mai das Beliebteste. Sean konnte sich gegen rund 340 Mitbewerber durchsetzen. Am 22. Mai war es dann so weit und der Daniel Düsentrieb der Nordwestschweiz konnte in Zürich den goldenen Pokal und das Preisgeld von 9999 Franken entgegennehmen. Von der dreiköpfigen Jury äusserte sich Pppsänger Luca Hänni überschwänglich zu Goffs Projekt. «Huet ab, grossartig gmacht, geili Sach», liess sich der Gewinner Gewinner der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» im O-Ton verlauten.


Physikbegabtes Wunderkind

Wer glaubt, Sean werde von seinen Eltern angetrieben, liegt falsch. Im Gegenteil, schon als Knirps war er mit seinen technischen Fragen eine Herausforderung für seine Umwelt. Er war noch keine drei Jahre alt, als er ohne Vorkenntnisse seiner Mutter das Prinzip des Dialyseapparats erklärte. Seine Schaltpläne und Computerprogramme sehen nicht nur professionell aus, sie sind es auch. «Es war ein Glücksfall, dass Sean früh ins Jugendelektronikzentrum gehen konnte», sagt seine Mutter Carmen Oriet Goff. Bereits mit sieben Jahren hatte Sean die Idee für ein elektronisches Teil, bei dem man ohne Lötstellen logische Schaltungen programmieren kann. Erst später fand er dann heraus, dass dieses Teil, nämlich ein «Field Programmable Gate Array» (FPGA), schon erfunden war. Das Video im Internet:  <link http: twistymania.migros.ch wettbewerb external-link-new-window>twistymania.migros.ch/wettbewerb/

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