Spitex, Hallenbad und Mittagstisch beschäftigten den Einwohnerrat

Grünes Licht für einen zusätzlichen Mittagstisch gab der Einwohnerrat am Montag. Dem gegenüber wurde die Gartenbadsanierung an die Sachkommission überwiesen.

Medieninteresse: Genau 720 Unterschriften für ein Reinacher Hallenbad übergaben am Montagnachmittag Mitglieder der BDP an Gemeindeverwalter Thomas Sauter. Das letzte Wort zum Thema wird so oder so der Souverän haben.  Foto: Heiner Leuthardt
Medieninteresse: Genau 720 Unterschriften für ein Reinacher Hallenbad übergaben am Montagnachmittag Mitglieder der BDP an Gemeindeverwalter Thomas Sauter. Das letzte Wort zum Thema wird so oder so der Souverän haben. Foto: Heiner Leuthardt

Heiner Leuthardt

Einstimmig genehmigte der Einwohnerrat am Montag den vom Spitexverein Reinach eingeleitete grundlegende Strukturwandel bei der Spitex Reinach. Der Trägerverein gibt seine Leitungsfunktionen an die Spitex GmbH ab, in der die Gemeinde einziger Gesellschafter sein wird. Der Trägerverein wird zum Förderverein, wobei dessen Mitglieder weiterhin von den bisherigen Vergünstigungen und Leistungen profitieren.

Hallenbad-Initiative eingereicht
Zu reden gab die Sanierung des Gartenbades für 11,3 Mio. Franken, obwohl die eigentliche Debatte der Vorlage erst nach der Beratung durch die Sachkommission Bau, Umwelt und Mobilität (BUM) geführt werden wird. Einmal mehr wird die Diskussion durch das Thema Hallenbad erweitert. Dies, weil am Montagnachmittag das Initiativkomitee, das sich für ein Hallenbad einsetzt, seine Initiative zum Bau des Hallenbades mit 720 Unterschriften Gemeindeverwalter Thomas Sauter übergab. Getragen wurde die Sammlung u. a. von der BDP.

In der Eintretensdebatte zur Gartenbadsanierung griff BDP-Einwohnerrätin Rosmarie Wyss den Gedanken auf, wonach das Gartenbad die wichtigste und grösste Freizeiteinrichtung in der Gemeinde sei. «Würde man die 11 Mio. Franken auf das ganze Jahr hochrechnen, dann ergibt das 33 Mio. Franken und damit einen grossen Beitrag ans Hallenbad.» Die Vorlage enthalte kaum Überraschungen, «ausser der ehemaligen Kiesgrube», befand Thierry Bloch FDP/GLP. Ausserdem stiess er sich an den hohen Honoraren.

Mittagstisch kontrovers diskutiert
Intensive Diskussionen löste die Einrichtung eines zusätzlichen Mittagstisches im Pfarreiheim St. Nikolaus aus. Mittels einer dringlichen Motion verlangte Caroline Mall (SVP) die Einführung eines Mittagstisches «losgelöst vom KITA-Modell», analog Angeboten in Aesch oder der Oase. Dieses solle geprüft und als zweijähriges Pilotprojekt gestartet werden. Das sei günstiger, als wenn es im KITA-Modell integriert werde. Dagegen wandte sich die Präsidentin der Sachkommission Bildung, Soziales und Gesundheit (BSG), Christine Dollinger. Namens der BSG reichte sie ein Postulat zum Jahresentwicklungsplan (JEP) 2014 ein, wonach der Betrieb eines Mittagstisches im Pfarreiheim St. Nikolaus auf den Semesterwechsel vom 20. Januar 2014, einzuführen sei. «Nur mit dem Postulat kann der Mittagstisch rechtzeitig gestartet werden», betonte die Postulantin.

Der Vorschlag von Caroline Mall solle von Privaten umgesetzt werden, wie bei der Oase, da dies sehr viel Freiwilligenarbeit voraussetze. Es brauche aber auch das von der BSG vorgeschlagene Angebot. Gemeinderätin Béatrice von Sury ergänzte, dass es bei speziellen Situationen auch pädagogisch geschultes Personal brauche. «Bei der Motion Mall kann nicht sofort begonnen werden, denn sie schafft zuerst nur Papier. Mit dem BSG-Postulat kann ich morgen beginnen und auf den Semesterwechsel den zusätzlichen Mittagstisch starten.» Mit knappem Mehr von 21 zu 16 Stimmen, getragen von der SP, CVP und BDP, wurde das Postulat Mall abgelehnt und mit 26 zu einer Stimme bei 10 Enthaltungen das BSG-Postulat überwiesen.

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