Spätherbstlicher Ausklang

Das Neue Orchester Basel (NOB) unter Leitung von Christian Knüsel spielt am nächsten Samstagabend in der reformierten Kirche Reinach klassische und romantische Kompositionen.

Feinsinniger Dirigent mit grossem Hintergrund: Christian Knüsel während eines Auftritts.  Foto: ZVG
Feinsinniger Dirigent mit grossem Hintergrund: Christian Knüsel während eines Auftritts. Foto: ZVG

Thomas Brunnschweiler

Das 1982 von Bela Guyas gegründete Neue Orchester Basel ist seit dem Tod seines Gründers unter neuem Dirigat. Christian Knüsel, der bereits als Trompeter im NOB mitgespielt hatte, war der Wunschkandidat von Bela Guyas und brachte die notwendigen Qualifikationen mit. Bereits 1997 erhielt er den Basler Maturandenpreis.

Christian Knüsel entschied sich – gegen den Rat einiger Lehrer, doch «etwas Rechtes zu lernen» – für die Musik, absolvierte ein Trompetenstudium und wirkte unter anderem als Solotrompeter unter Nello Santi. Im Jahre 2012 schloss er seine Studien in Orchesterdirigieren in Luzern und in Musikwissenschaft in Basel mit Auszeichnung ab. Besonders geprägt haben ihn sein Lehrer Ralf Weikert und der Dirigent Liutauras Balciunas, der heute sein Mentor ist. Knüsel sammelte als Dirigent Erfahrungen mit Orchestern im In- und Ausland.

Kontinuität und Innovation
Das Neue Orchester Basel ist ein innovatives Sinfonieorchester für die ganze Region. Im August 2014 gewann es beim Orchesterwettbewerb des Murten Classics Festival 2014 den 1. Preis. Der Klangkörper ist mit vorwiegend jungen Künstlern besetzt, ist in Basel fest verankert und spielt in der ganzen Region von Laufen bis Rheinfelden. «Es ist eine schöne Aufgabe, das weiterzuführen, was Bela Guyas begonnen hat», sagt Christian Knüsel, «nämlich ‹harmonische Musik› zur Aufführung zu bringen.

Es ist mir ein besonderes Anliegen, direkt auf Publikumswünsche einzugehen.» Dem Lieblingswerk des Publikums wird jeweils am Muttertag eine Uraufführung gegenübergestellt. «So können sich die Zuhörenden direkt einbringen und lernen gleichzeitig ein neues Werk kennen, das einen direkten Bezug zu ihrem Wahlstück aufweist.» Im neu gestalteten Programmheft wird jeweils das Saisonthema vorgestellt, das eine konzertübergreifende Auseinandersetzung stimuliert. Mit der Lancierung eines Workshops zu Textperformance für Jugendliche werden Zeitfragen aufgegriffen und finden Eingang in ein Kulturvermittlungsprojekt. Das NOB strebt ein integrales kulturelles und soziales Engagement an, etwa mit einem Konzert zugunsten der Menschenrechte am Internationalen Tag des Friedens im Berner Münster.

«Unvollendet – vollkommen»
Das Samstagkonzert steht unter dem Motto «Unvollendet – vollkommen». Es wird die Ouvertüre f-Moll des wenig bekannten Norbert Burgmüller zu hören sein, ein Komponist, den Schumann sehr schätzte. Darum ist das Cellokonzert a-Moll als Folgestück durchaus einleuchtend. Solistin ist die als Shootingstar geltende Cellistin Chiara Enderle. Nach Joseph Haydns «Die Vorstellung des Chaos» aus der Schöpfung wird als krönender Abschluss Franz Schuberts «Unvollendete» erklingen.

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