Sehnsucht nach Harmonie
Am Samstagabend gab sich der Jodlerklub Reinach in der Weiermatthalle die Ehre.

Thomas Brunnschweiler
Heimatliche Klänge waren es, die das Publikum entzückten; Klänge, welche in einer Zeit der Unsicherheit und der ökologischen Krisen die Sehnsucht nach Harmonie stillen. Nach der Eröffnung durch das Schwyzerörgeliquartett Flüehblüemli sang der Jodlerklub Reinach das Lied «Muesch nume lose» von Ueli Zahnd und «So wie mir sy» von Paul Meier. Dann betrat der Jodlerklub Küngoldingen die Bühne. Küngoldingen ist eine Jodlerhochburg. Hier jodeln Edwin Meister, der Präsident des Nordwestschweizer Jodlerverbands, und Helga Schmid-Zimmermann, die Leiterin des verbandseigenen Kurswesens und Präsidentin des örtlichen Klubs.
Es war kein Wunder, dass der Klub mit seinem Programm zu überzeugen wusste. Bereits in Robert Fellmanns «Bärgbuebs Wunsch» und Adolf Stählis «Bärglerfründe» wurden die Qualitäten der Küngoldinger hörbar. Sie sangen mit ausgezeichneter Artikulation, intonationssicher, rhythmisch elegant und mit einer ausgeglichenen Verteilung von weiblichen und männlichen Stimmen. Die Sänger steckten im Mutz, die Frauen in Trachten unterschiedlichster Herkunft. Die alpine Stimmung wurde weitergeführt durch eine Alphorneinlage von Köbi Dolder. Dann spielten wieder die Musikanten des Schwyzerörgeliquartetts «Flüehblüemli» aus Muttenz ihre lüpfigen Melodien.
Im zweiten Teil ihres Programms brachten die Küngoldinger Jodlerinnen und Sänger erneut zwei stimmungsvolle Berglieder zu Gehör: «Bergarve» und «Bärgröseli» von Hans W. Schneller, von dem über 200 Jodlerlieder stammen. Nach einem dritten Auftritt der Musikanten hob der Jodlerklub Reinach zum schwungvollen «Das cha nur Liebi sy» von Ueli Zahnd an, der zur jüngeren Generation der Jodelkomponisten gehört.
Nach dem munteren «Nachtbuebe-Jutz» musste der Jodlerklub Reinach dem begeisterten Publikum noch eine Zugabe liefern. Ruedy Weber, der als Conférencier witzig und locker durch den Abend geführt hatte, dankte der Dirigentin Isabelle Marquis und den Jodlerinnen mit einer Blumengabe. Präsident Marcel Süess erhielt ein Miniaturmotorrad überreicht.
Anschliessend führte die Laienspielgruppe Gretzenbach Carmelo Pesentis Lustspiel «E Magd mit Sehnsücht» auf, bei der es um amouröse Irrungen und Wirrungen ging. Das Publikum amüsierte sich prächtig. Für den Service waren die Mitglieder der Gugge «D’Revoluzzer» aus Aesch zuständig.


