Schemeli-Bühne: Das seltsame Leiden des Harry Häberli

Die Schemeli-Bühne Reinach sorgt mit dem Lustspiel «Auf Wolke 7» wiederum für einen heiteren Abend und beste Unterhaltung.

Versucht verzweifelt, die Frauen loszuwerden: Jean Schär als Harry Häberli mit Michaela Wagner, Corinne Lienhard und Nicole Kim.  Foto: Isabelle Hitz
Versucht verzweifelt, die Frauen loszuwerden: Jean Schär als Harry Häberli mit Michaela Wagner, Corinne Lienhard und Nicole Kim. Foto: Isabelle Hitz

Isabelle Hitz

An insgesamt fünf Aufführungen präsentiert die Theatergruppe Schemeli den flotten Dreiakter «Auf Wolke 7» des Dornacher Theaterautors Daniel Kaiser, der seit zwanzig Jahren auch für die Regie in der Schemeli-Bühne zuständig ist. Über zweihundert Personen strömten am Samstagabend in die Weiermatthalle in Reinach, um sich an den Missgeschicken des Harry Häberli zu erfreuen. Dabei wurde viel gelacht und ausgiebig applaudiert.

Turbulenzen im Sanatorium

Harry Häberli (Jean Schär), Manager der Model-Agentur «Hüftschwung», erfreut sich seit einem Jahr einer unwiderstehlichen Anziehungskraft auf das andere Geschlecht. Ehegattin Hilda Häberli (Pia Meister) will diesem Zustand ein Ende setzen und bringt Häberli ins Sanatorium Improsario. Aber Hildas Plan misslingt gründlich. Denn das weibliche Personal des Sanatoriums ist ganz wild auf den neuen Patienten und sogar die anfangs rabiate Krankenschwester Jutta Spitz (Olivia Schaub) durchläuft eine eigenartige Wandlung. Häberli hat alle Hände voll zu tun, um seine Verehrerinnen im Wandschrank, auf dem Balkon, unter dem Bett oder im Badezimmer vor dem Arzt und der immer wieder auftauchenden Ehefrau zu verstecken. Für zusätzliche Verwirrung sorgt sein schwuler Zimmernachbar Jean-Claude Inderbitzin (Reto Schaub), der sich ständig in Häberlis Zimmer verirrt.

Da Häberli ein sympathischer Held ist, wächst er dem Publikum während seiner Leidenszeit im Sanatorium regelrecht ans Herz. So erstaunte es nicht, dass aus dem Publikum neben schallendem Gelächter auch immer wieder mitfühlende Worte zu hören waren. Bevor Häberli vollends den Verstand verliert, taucht unerwartet Rettung auf – mehr sei hier aber nicht verraten, denn wer sich für den Ausgang von Häberlis Misere interessiert, der hat an zwei weiteren Aufführungen die Gelegenheit, die Verzweiflung des Frauenschwarms mitzuerleben.

Vielseitig und überzeugend

Massgeblich zum Erfolg des Stückes beigetragen hat die brillante und textsichere Darbietung der Darsteller, allen voran Jean Schär, Pia Meister und Olivia Schaub. Gegen Ende des Stückes sorgten die Schauspieler noch mit einer unerwarteten Tanzeinlage für eine Überraschung. Die Schemeli-Bühne Reinach, die nächstes Jahr ihr 30-JahrJubiläum feiert, kann sich nicht über mangelndes Publikumsinteresse beklagen. Mitwirkende im Verein jedoch sind immer gefragt, sei dies nun vor oder hinter der Bühne. «Vor allem männliche Schauspieler sind oft nicht einfach zu finden», erklärt Regisseur Daniel Kaiser.

Weitere Vorstellungen: Freitag, 1. Februar, 20 Uhr und Samstag, 2. Februar, 20  Uhr  (Saalöffnung  18  Uhr). <link http: www.schemeli-reinach.ch external-link-new-window>www.schemeli-reinach.ch

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