Reinacher Hopfengarten: Hier wächst das, was dem Bier seinen Geschmack gibt

In Reinach wächst Hopfen, der von der Brauerei Unser Bier verarbeitet wird. Doch der Ertrag fällt heuer kleiner aus: Der extreme Hitzesommer hat den Kletterpflanzen zugesetzt.

Freiwillige im Einsatz: Der Hopfen wird von Hand geerntet. Fotos: ZVG

Freiwillige im Einsatz: Der Hopfen wird von Hand geerntet. Fotos: ZVG

Bier als Lohn: Nach getaner Arbeit gibt’s eine Abkühlung.

Bier als Lohn: Nach getaner Arbeit gibt’s eine Abkühlung.

Auf einem 11 Aren grossen Feld beim Predigerhof in Reinach ranken sich 120 Hopfenpflanzen gen Himmel; sie gehören der Brauerei Unser Bier. Der Hopfengarten wird von einer Gruppe pensionierter Aktionärinnen und Aktionäre der Basler Aktiengesellschaft bewirtschaftet.

Die Freiwilligen hätten ein strenges Jahr hinter sich, berichtet Istvan Akos (76), Gründer von Unser Bier und zuständig für den Hopfengarten. Jeden zweiten Tag hätten sie gegossen – von Hand, mit der Giesskanne. «Dafür brauchten wir jeweils fast eine Stunde», sagt Akos. Doch trotz des Sondereinsatzes: Der heisse Sommer hat Spuren hinterlassen. «Wir werden Ernteeinbussen verzeichnen. Die Dolden sind wesentlich kleiner als im vergangenen Jahr.» Der Brauereigründer geht von einer Einbusse von 50 Prozent aus.

Der Hopfengarten in Reinach sei vor vier Jahren «so richtig ins Spriessen gekommen». Seither ernten die Freiwilligen dort einmal im Jahr die Pflanzen mit reiner Muskelkraft. Die Kletterpflanze aus der Familie der Hanfgewächse, die dem Bier sein Aroma verleiht, muss dazu von Hand heruntergerissen werden. 64 Kilo Hopfenpellets gaben die Pflanzen im vergangenen Jahr her. Aus einem Teil des Hopfens sind rund 60 000 Liter Regio-Bier entstanden – diese Menge entspricht rund 180 000 Flaschen. Die Biermenge sei durch den Ernteausfall in diesem Jahr allerdings nicht gefährdet: «Wir brauchen nie allen Hopfen für die Herstellung des Regio-Biers – es wäre ja schön, wir würden so viel davon verkaufen», sagt Akos lachend.

Pflanzen werden in Wolfwil verarbeitet

Für andere Biersorten verwendet Unser Bier Hopfen aus Wolfwil. Dort – auf dem Schlatthof – werden auch die Reinacher Pflanzen verarbeitet. «Die Dolden werden maschinell von der Pflanze getrennt, dann getrocknet, gemahlen und pelletiert. Schliesslich landen sie vakuumverpackt bei der Brauerei», so Akos. Die Zusammenarbeit laufe gut: «Wir haben dem Hofbetreiber mit einem zinslosen Darlehen ermöglicht, seinen Hopfengarten zu erweitern. Im Gegenzug erhalten wir bevorzugt Lieferungen», so Akos weiter.

Den Hopfengarten in Reinach will Akos in den kommenden Jahren weiter bewirtschaften. Rund 25 Jahre lebt eine Pflanze im Schnitt; der Hopfen wird nächstes Jahr wieder in die Höhe ranken. Solange er noch Lust und Kraft dafür habe, wolle er mit der Pflege weitermachen, sagt Akos. Und zur Belohnung gibt es für ihn und das Team jeweils etwas für die Kehle – natürlich in Bierform.

 

Wochenblatt-Stammtisch mit Unser Bier

Das Wochenblatt ist als Medienpartner an der Agir 26 mit einem Stand präsent. Zusammen mit Unser Bier richten wir in der Fiechtenhalle einen Stammtisch ein. Kommen Sie vorbei und lernen Sie unser Team kennen. Bei einem frisch gezapften Bier (oder einem nicht-alkoholischen Getränk) erfahren Sie mehr über das Wochenblatt – und können sich über jene lokalen Themen unterhalten, die Sie bewegen. Wir freuen uns auf Sie!

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