Ein Rundgang durch das Leben
Vergangenen Freitag eröffnete im Reinacher Heimatmuseum die Kunstausstellung «QuerfeldHeim». Organisatorin ist die Reinacherin Kathrin Kunz-Sieber. Gemeinsam mit fünf weiteren Kunstschaffenden stellt sie im Heimatmuseum ihre Werke aus.
Mit dem Bild «Unterwegs» beginnt der Rundgang durch eine Ausstellung, die ein Gefühl des Heimkommens und der Lebensfreude vermittelt. Die bunten, häufig in ruhigen Blau- und zarten Rosa-Tönen gehaltenen Gemälde von Kathrin Kunz-Sieber führen durch die Sonnenseiten des Lebens und sollen Hoffnung vermitteln. Darin liegt das Hauptanliegen der Künstlerin. «Das Leben hat ja nicht nur Sonnenseiten, das wissen wir vermutlich alle», gibt sie zu bedenken. «Aber diese Schattenseiten hängen wir uns nicht an die Wand.» Stattdessen will Kunz-Sieber mit ihrer Kunst dazu einladen, sich in die Bilder zu vertiefen und sich die Segnungen des Lebens zu vergegenwärtigen.
Ob die Bilder eine spirituelle Dimension haben? «Für mich schon», antwortet die Reinacherin mit einem Lächeln. «Aber es ist mir auch wichtig, dass das nicht im Vordergrund steht. Ich möchte, dass die Bilder möglichst offen sind für Interpretation, sodass die Betrachtenden ihre eigenen Assoziationen und Empfindungen mit ihnen verbinden können.»
Ein Spaziergang durch die Ausstellung
Gesäumt wird der verträumte Rundgang durch das Leben von Blumengestecken der beiden Reinacher Floristinnen Eva Gelencser und Yvonne Meili. Die beiden ortsansässigen Frauen sind jeweils mit ihrem Stand am Reinacher Monatsmarkt anwesend. Dort haben sie die Organisatorin angesprochen. «Wir haben nicht gewusst, wie das Gesamtbild aussehen wird, weil wir ja voneinander nicht wussten, was die jeweils anderen ausstellen», erklären die Frauen. Fertig zusammengekommen sei die Ausstellung gerade einmal eine Stunde vor der Eröffnung.
Umso beeindruckender wirkt das stimmige Gesamtbild. Zu den atmosphärischen Bildern Kunz-Siebers und den fantasievollen Blumengestecken von Gelencser und Meili gesellen sich ausserdem die «lustigen Vögel» von Fränzi Aebi sowie die aus Draht gefertigten Kunstwerke Kurt Raffs. Auch ein bisschen Basel-Stadt mischt sich unter die ansonsten an Naturidylle erinnernde Sammlung: mit Babsy Galussers «Basler Gumsle». Das sind aus Papiermaché gefertigte Frauenfiguren in bunten Outfits. Auch diese fertigt Galusser selbst, indem sie sie strickt und häkelt.
«Pro Tag mache ich zwei bis drei Fischli»
Besonders aufwendig in der Gestaltung sind auch die Kunstwerke von Kurt Raff. Die Werke werden mit filigranem Draht gearbeitet, wobei der dickste der von Raff verarbeiteten Drähte gerade einmal einen Millimeter Durchmesser besitzt. Das spiegelt sich auch an der Dauer, die der passionierte Künstler für die Fertigung seiner Werke braucht: «Für so ein Bild brauche ich etwa sechs Wochen, und dann bin ich jeden Tag dran», sagt er und deutet dabei auf sein Werk «Unterwasserwelt 2».
Das Drahtbild zeigt eine eindrucksvolle Meer-Fauna, bestehend aus 38 verschiedenen bunten Fischen, Rochen und Korallen. «Pro Tag mache ich zwei bis drei so Fischli», sagt er und erklärt den aufwendigen Prozess dahinter, bestehend aus dem Löten der einzelnen Drahtschnittstellen, dem anschliessenden Ausfüllen der Drahtfigur mit Kunstharz und dem Bemalen. Für noch grössere Werke brauche er unter anderem mehrere Monate. «Unterwasserwelt 2» ist allerdings zum Bedauern einiger der Anwesenden bereits verkauft. Er solle Bescheid geben, wenn er das nächste Mal «öppis Ähnlichs» anfertige, meldet ein Besucher sein Interesse bei Raff an.
Schon vor der offiziellen Öffnungszeit finden sich die ersten Interessierten im Museum ein. Bei der Eröffnungsansprache durch Organisatorin Kunz-Sieber stehen die Besucherinnen und Besucher Schlange, um in die Ausstellung zu gelangen. «Ich rechne eigentlich nicht mit hohen Besuchszahlen. Wenn man sie dann nicht erreicht, ist man hinterher enttäuscht», erklärt die Organisatorin und Pflegemutter aus Reinach. Umso erfreuter zeigt sie sich über das grosse Interesse.
Die Ausstellung läuft bis zum 30. August. Die genauen Ausstellungszeiten finden sich unter heimatmuseumreinach.ch/galerie-ausstellung.








