Reinach hört den Jungen zu

Kinder und Jugendliche zwischen acht und 15 Jahren konnten gegenüber Gemeindebehörden ihre Ideen, Wünsche und Forderungen einbringen und übten auch mutig Kritik.

Im direkten Austausch: Besonders die Themen Freizeitangebot, Umwelt und Sicherheit im Strassenverkehr beschäftigen die Kinder und Jugendlichen aus Reinach.  Foto: Tobias Gfeller
Im direkten Austausch: Besonders die Themen Freizeitangebot, Umwelt und Sicherheit im Strassenverkehr beschäftigen die Kinder und Jugendlichen aus Reinach. Foto: Tobias Gfeller

Die Energie war spür- und vor allem hörbar. Während gut eineinhalb Stunden sprudelte es am Mittwoch vor einer Woche im Gemeindehaus vor Ideen, Wünschen, Forderungen und Kritik. Die Gemeinderätinnen Béatrix von Sury (Bildung), Christine Dollinger (Freizeit und Kultur) und Bianca Maag (Soziales und Gesundheit) und die entsprechenden Abteilungsleiterinnen hörten den Kindern und Jugendlichen aufmerksam zu. Diese nutzten ihre einmalige Chance.

Béatrix von Sury war vom engagierten Mitmachen begeistert. Es sei wichtig, dass auch die Kinder und Jugendlichen ihre Meinung kundtun können, gerade auch für die Schulen. «Es sind auch mal kleine Dinge, die wir Erwachsenen gar nicht wahrnehmen, die für Kinder wichtig sind.» Für die CVP-Gemeinderätin wäre es sogar eine Option, in Schulhäusern «Wunschboxen» aufzustellen, in der die Schülerinnen und Schüler ihre Anliegen deponieren können. «Dabei geht es natürlich um konkrete Dinge oder Sachen, die fehlen.»


Partizipation fördern

Die Gemeinde Reinach müsse mehr auf die Bedürfnisse der Jungen eingehen, findet Béatrix von Sury. Das werde künftig auch getan, versichert die Kinder- und Jugendbeauftragte Mirjam Strub, die den Partizipationsanlass zusammen mit dem Kinderbüro Basel organisierte. «Wir sind daran, die Partizipation von Kindern und Jugendlichen auf allen Verwaltungsebenen auszubauen.» Die Gemeinde wolle den Jungen mehr zuhören, verspricht Strub. «Um nah bei den Kindern und Jugendlichen zu sein, muss man ihre Bedürfnisse kennen.» Reinach hat das Unicef-Label «Kinderfreundliche Stadt», das Partizipation voraussetzt.


Angst auf dem Velo

Dass es bei den Jungen ein Bedürfnis ist, angehört zu werden, wurde im Gemeindehaus deutlich. Mirjam Strub hoffte auf 60 Teilnehmende, am Ende waren es rund hundert Kinder und Jugendliche. Und sie haben klare Vorstellungen, wie ihr Reinach aussehen soll. Ein mehrfach erwähntes Thema war der Schulweg und allgemein der Verkehr. Gleich mehrfach wurde die gefühlte Unsicherheit auf dem Velo auf Reinachs Strassen angesprochen. Beim Thema Freizeit wünschen sich viele ein Hallenbad und ein Jugendhaus beim Sportplatz Einschlag. In Reinach solle zudem mehr Sorge zum Klima getragen, mehr Abfallkübel aufgestellt und Bäume gepflanzt werden. Die beiden zwölfjährigen Catherine und Kelly waren aufgrund einer ganz konkreten Kritik gekommen: «Der Spielplatz beim Schulhaus Fiechten ist immer noch nicht fertig, obwohl es geheissen hat, der sei im Sommer bereit.»

Die Gemeindevertreterinnen sammelten die notierten Stichworte ein und versprachen, die Kinder und Jugendlichen ernst zu nehmen. Am 18. März 2020 werden die Resultate der Auswertung präsentiert.

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