Pappbecher, Bierdosen und verbrannte Sitzbänke

Littering und Vandalismus sorgten am Grillplatz Einschlag bei der Reinacher Heide am Wochenende für Verärgerung.

Riesensauerei: Der Grillplatz in der Reinacherheide wurde in der Nacht auf Sonntag komplett zugemüllt.  Foto: ZVG / Robert Bokhoven
Riesensauerei: Der Grillplatz in der Reinacherheide wurde in der Nacht auf Sonntag komplett zugemüllt. Foto: ZVG / Robert Bokhoven

Also mir stinkts langsam! Fast jedes Wochenende trifft man öffentliche Feuerstellen so an. Alles vermüllt und zerstört.» Beatrix Bokhoven-Bolliger platzte am Sonntagmorgen der Kragen, als sie die Überreste einer anscheinend ausgeuferten Grillparty bei der Grillstelle Einschlag in der Nähe der Reinacher Heide entdeckte. Ihrem Ärger machte sie in der Facebook-Gruppe «Leben in Reinach» Luft. Ihr Mann Robert Bokhoven meldete die Sauerei dem Wochenblatt. «Sogar die Holzlatten wurden von den Bänken entfernt, um Feuer zu machen.» Die Bierflaschen, Dosen und die sonstigen Abfälle liessen gemäss Bokhoven darauf schliessen, dass nicht nur fünf Personen, wie die Corona-Regeln immer noch besagen, zusammen gefeiert haben. Dass die Werkhofmitarbeitenden, die zwischen Auffahrt und September jeden Samstag- und Sonntagmorgen früh bei zwölf Reinacher Grillstellen vorbeischauen und wenn nötig aufräumen, eine solche Situation antreffen, sei nichts Aussergewöhnliches, verrät Werkhofleiter Henrik Haerden. «Von den zwölf Grillstellen sieht immer eine in etwa so aus. Das ist ärgerlich, aber leider Tatsache.» Da könne es auch mal sein, dass am nächsten Morgen zwei Werkhof-mitarbeitende rund eine Stunde lang aufräumen. Die Grillstelle oberhalb der Reinacher Heide ist von solchem Littering und Vandalismus im Vergleich zu den anderen Grillstellen mit am häufigsten betroffen.


Corona-Verordnungen werden ignoriert
Gemeinderätin Doris Vögeli (BDP), zuständig für das Ressort Umwelt, Ver- und Entsorgung, ist über die neusten Littering- und Vandalismus-Vorkommnisse verärgert. Die Polizei, Ranger und Mitarbeitende des Jugendhauses machen an den Hotspots regelmässig Kontrollen. «Aber man kann nicht alles verhindern», klagt Vögeli. Ähnlich sei es bei den Covid-Verordnungen des Bundes, die Ansammlungen von mehr als fünf Personen noch immer untersagen. «Kommt die Polizei, gehen die Leute auseinander. Geht die Polizei wieder, werden die Köpfe wieder zusammengesteckt.» Man müsse die Grenzen des Möglichen sehen, wenn man keinen Polizeistaat errichten will, gibt die Gemeinderätin zu bedenken. Bussenverteilen sei eben nur möglich, wenn man die Täterschaft in flagranti erwischt.


Polizei kann keine Nachtdienste leisten
Mit der Corona-Krise verschärften sich diese Schwierigkeiten bezüglich Ressourcen bei der Gemeindepolizei zusätzlich, betont Daniel Liechti, Leiter Bevölkerungsdienste und Sicherheit der Gemeinde Reinach. Weil die drei Gemeindepolizisten zurzeit auch samstags und sonntags tagsüber arbeiten müssen, um zu kontrollieren, ob die BAG-Regeln eingehalten werden, konnten in den vergangenen zwei Monaten keine Nachtdienste geleistet werden. Auch ohne diese aussergewöhnliche Situation sei es nicht möglich, sämtliche 20 Hotspots, die die Gemeindepolizei in Reinach aufgelistet hat – dazu gehören Schulhäuser, Spielplätze und Grillstellen – permanent zu kontrollieren. «Nur mit absoluter Kontrolle kann man so etwas wie am Wochenende wirklich verhindern», stellt Liechti klar. In normalen Zeiten würden die Gemeindepolizisten in den Nachtdiensten von Freitag und Samstag diese Hotspots je zweimal kontrollieren.

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