Neugestaltung der Hauptstrasse geht auf die Zielgerade
Ende dieses Jahres wird die Planung zur Neugestaltung der Hauptstrasse abgeschlossen. Sagen Einwohnerrat und die Stimmberechtigten im nächsten Jahr Ja zum Bruttokredit, kann 2013 gebaut werden.

Heiner Leuthardt
Gegen 200 Reinacherinnen und Reinacher liessen sich am Donnerstag vergangener Woche aus erster Hand über den Stand der Erneuerung der Hauptstrasse und die Umgestaltung des Ortskerns durch Vertreter des Kantons, der Gemeinde und der BLT orientieren. Baudirektorin Sabine Pegoraro betonte, dass sowohl die Strasse wie die Gleise vollständig saniert werden müssten. Bereits 2009 wurde in einem ersten Abschnitt die Gleiseanlage erneuert, um Risiken zu vermeiden. «Wir haben grossen Erneuerungsbedarf», ergänzte Kantonsingenieur Oliver Jacobi.
Nebst dem Austausch der Gleise von der Haltestelle Reinach Dorf in Richtung Aesch steht die Neugestaltung der Haltestelle im Fokus der BLT, wie Reto Rotzler, Leiter Infrastruktur, erläuterte. Diese werde wie bisher als Zeitinsel gestaltet. «Sie ist mit 500 000 Passagieren pro Jahr die frequentierteste Haltestelle der BLT, verfügt aber über keine Wartehalle.» Kombiniert mit der Neugestaltung der Bushaltestelle werde der Umsteigeknoten attraktiv und behindertengerecht gestaltet.
Der kantonale Projektleiter Daniel Schoop beschrieb die Sanierung des Strassenraums aus Sicht des Kantons. «Die Strasse muss erneuert werden», betonte er. In diesen Arbeiten eingeschlossen ist eine Fahrbahnverengung – unabhängig davon, ob die von der Gemeinde anvisierte Umgestaltung realisiert werden könne oder nicht. Eine Kombination beider Arbeiten empfahl er. Hinsichtlich der behindertengerechten Gestaltung der Haltestelle erklärte er, dass die Kantenhöhe beim Perron 27 Zentimeter betragen werde. Nur so könne mit einem Niveauunterschied von maximal fünf Zentimetern bequem ein- und ausgestiegen werden.
Die Gesamtkosten für die Erneuerung der Hauptstrasse und Umgestaltung des Ortszentrums belaufen sich auf 16,1 Mio. Franken. Daran beteiligt sich auch die Gemeinde mit zirka 5,6 Mio. Franken, wobei Einwohnerrat und Stimmberechtigte im Laufe des nächsten Jahres darüber abstimmen müssen. Werden die Bundesgelder aus dem Agglomerationsprogramm Basel berücksichtigt, beläuft sich der Nettokostenanteil der Gemeinde auf rund 3,4 Mio. Franken.
«Endlich ein toller Ortskern»
Bis zu Weihnachten sind die Planungsarbeiten abgeschlossen. Im Frühjahr 2012 erfolgt das Planauflageverfahren. Gemeinderat Stefan Brugger rief zur Teilnahme auf. «Der heutige Ortskern ist nicht identifikationsbildend. Mit der Neugestaltung von Fassade zu Fassade können wir dies ändern. Für Reinach ist es eine einmalige Chance mit einer Baustelle und den vorhandenen Beiträgen die Aufwertung des Ortskerns zu realisieren.»
In der engagierten Diskussion wurden verschiedene Details angesprochen, wie der Verkehrsfluss, die Fahrbahnbreite, die überfahrbaren Trottoirabschlüsse und der Kreisel Bruggstrasse/Baselstrasse. Auch wurde auf die Anliegen der Betagten hingewiesen. Abschliessend freute sich eine Teilnehmerin: «Jetzt habe ich das Gefühl, dass wir einen tollen Ortskern erhalten.»


