Naturschützer retten Frösche

Eine neue Baugrube entlang der Strasse zum Predigerhof wird für Amphibien zur Falle. Der Natur- und Vogelschutzverein hat jetzt eine Rettungsaktion gestartet.

Im Einsatz: Am Montag stellten die Naturschützer und ein Mitarbeiter des Werkhofs den Amphibienzaun entlang der Strasse auf.   Foto: Caspar Reimer
Im Einsatz: Am Montag stellten die Naturschützer und ein Mitarbeiter des Werkhofs den Amphibienzaun entlang der Strasse auf. Foto: Caspar Reimer

Für die Frösche und Amphibien, die im Waldstück zwischen Reinacher Siedlungsrand und Predigerhof leben, hat der nahende Frühling einiges an Ungemach mit sich gebracht: Weil das Wasserwerk Reinach entlang der Hohlegasse eine neue Wasserleitung legt und dafür eine etwa zwei Meter tiefe Grube dem Wegrand entlang gegraben hat, ist die jahreszeitbedingte Wanderung der Amphibien aus dem Wald zum nahegelegenen Weihergebiet eine Gefahr für die Tiere geworden. «Genau jetzt findet die grosse Wanderung der Amphibien statt», sagt Fabio Di Pietro, Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Reinach. «Die Tiere haben einen starken Drang, dorthin zukommen. Es sind viele Hunderte, die sich täglich auf den Weg machen.» Die Baugrube ist dabei eine oft tödliche Falle: «Gestern Abend hat eine Equipe mehrere hundert Frösche aus der Grube geborgen.» Wäre der Naturschutzverein nicht zur Stelle gekommen, würden die Tiere in der Grube verenden. «Wir haben sie gesammelt. Dazu mussten wir in die Grube steigen und den ganzen Boden mit einer Taschenlampe absuchen – ein aufwändiges Unterfangen, zumal man die Tiere von Auge nicht gut sehen kann.» Ein paar wenige Frösche sind in einen Spalt zwischen Brettverkleidung und Asphalt gefallen. «Dort konnten wir nur Vereinzelte retten.»


Sammelbehälter für Tiere
Solange die Baustelle existiert, gibt es für die Frauen und Männer vom Naturschutzverein also reichlich zu tun. Damit weniger Amphibien in der Grube landen, hat der Verein nach einer anderen Lösung gesucht: «Vom Tiefbauamt Baselland haben wir einen Amphibienzaun ausleihen können.» Entlang des Zaunes werden in gewissen Abständen bodenebene Plastikbehälter aufgestellt. Das Band hält den Frosch vom Weiterkommen ab. «Sie hüpfen dem Band entlang und landen irgendwann im Kübel. So können wir sie zu den Weihern bringen.»

Die Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins, der in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen feiert, sind in der Regel keine Biologen, sondern handeln schlicht aus Liebe zur Natur und zu den Tieren. Auch das Wohl von Tieren im Siedlungsgebiet ist ein Thema: So können etwa Strassenentwässerungsschächte zu einem tödlichen Hindernis für Amphibien werden. In den betroffenen Schächten sollen nun Ausstiegshilfen für die Tiere installiert werden. An dem vom Naturschutzverein angestossenen Vorhaben ist auch die Gemeinde involviert.


Jubiläumsaktion
An weiteren Projekten ist der Natur- und Vogelschutzverein dran: Im Gebiet Rüttenen / Im Leu wurden in den letzten Jahren über 60 Bäume neu gepflanzt. Meist alte Apfel- und Birnensorten. Als Ziel soll versucht werden, den Steinkauz wieder in die Region zu bringen. Von der Aufwertung der Landschaft durch die neuen Bäume und anderen Kleinstrukturen profitieren auch andere Tiere wie der Gartenrotschwanz, der Neuntöter oder der Hermelin. Im Rahmen seines 80-Jährigen Jubiläums hat der Natur- und Volgelschutzverein eine Wildsträucheraktion geplant. Infos dazu auf der Webseite: www.vnvr.ch

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