Nach Fauteuil und Tabourettli kam das Schemeli

Die Schemeli Bühne ­Reinach feiert heuer ihr 40-jähriges Bestehen und wagt sich an einen neuen Aufführungsort: Gleich zwölf Vorstellungen gehen zwischen dem 11. und 25. Mai im Münchensteiner Hofmattsaal über die Bühne.

Bühnenreifes Zusammenspiel (v. l.): Regisseur Renato Salvi, Gründungsmitglied Claudia Toggenburger und Präsident Philipp Kunz von der Schemeli Bühne Reinach. Foto: Florin Bürgler

Alles begann bei einem Abendessen im Restaurant des damaligen Altersheims Aumatt. Dass die damalige Schnapsidee, kurzerhand eine Theatergruppe zu gründen, einmal ihr 40-Jahr-Jubiläum feiern würde, hat damals wohl niemand für möglich gehalten. Der Name sei dabei noch am selben Abend entstanden, erzählt Claudia Toggenburger, die seit der ersten Stunde bei der Schemeli Bühne Reinach mit dabei ist: «Das Fauteuil und das Tabourettli gab es ja schon, da fehlte also noch das Schemeli.» Auch die erste Besetzung fand sich bereits am ersten Abend zusammen, unter anderem bestehend aus dem Koch und dem Heimleiter. Nach der Gründung im Jahr 1984 folgte bereits im Jahr darauf die Premiere der Schemeli Bühne.

Heute, 40 Jahre später, wurden 38 verschiedene Programme aufgeführt – nur im Gründungsjahr und während der Corona-Pandemie gab es keine jährliche Neuproduktion, wie Philipp Kunz, Präsident der Schemeli Bühne, stolz erklärt. Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt zwischen 40 und 50 Jahren und es seien querbeet die unterschiedlichsten Berufsgruppen vertreten.

«Liebhabertheater» statt Laientheater

Seit drei Jahren führt Renato Salvi als Regisseur das Schemeli-Ensemble, ein «Glücksgriff», wie Gründungsmitglied Toggenburger hervorhebt: «Er passt super zu uns und schafft es, uns alle immer wieder neu zu motivieren.» Auch er schätze die Zusammenarbeit sehr und bewundere, mit wie viel Hingabe sich die Ensemble-Mitglieder in ihrer Freizeit dem gemeinsamen Theaterspielen widmen, so Salvi. Er meide den Begriff Laientheater und bevorzuge stattdessen «Liebhabertheater», was die Passion für die gemeinsame Sache unterstreichen soll. Diese ist den Beteiligten offenkundig nur schwer abzusprechen: «Das Schönste am Theaterprozess ist, dass wir gemeinsam, Stück für Stück, ein Gesamtwerk zusammensetzen», meint Präsident Kunz und Gründungsmitglied Toggenburger pflichtet schwärmend bei: «Wir sind hier wie eine spezielle Familie.»

Für das anstehende Jubiläumsstück gibt es einige Neuerungen für die Schemeli Bühne. So finden die Theaterabende nicht mehr wie gewohnt in der Reinacher Weiermatthalle statt, sondern gehen im Münchensteiner Hofmattsaal über die Bühne. Und waren es bisher jeweils fünf Vorstellungen, präsentiert man sich dem Publikum in diesem Jahr gleich an zwölf Abenden. Bei der Programmauswahl sei man sich aber treu geblieben: «Es hat sich über die Jahre herauskristallisiert, dass humorvolle Stücke unser Ding sind. Es soll witzige und eingängige Unterhaltung sein, ohne dabei an den nötigen Stellen den Tiefgang zu verlieren», meint Toggenburger. «Aber Shakespeare wird es bei uns nicht geben», wirft Kunz schmunzelnd ein.

Zusammengewürfelte WG

Das Jubiläumsstück trägt den Namen «Do sinn Sie richtig.» und feiert am 11. Mai Premiere. Es erzählt die Geschichte der ehemaligen Operndiva Lea Leander, die mit ihrer Haushälterin in einem alten Haus wohnt. Um etwas Leben in die Bude zu bringen, vermietet sie je ein Zimmer an eine Klavierlehrerin und an eine Malerin. Es geht um das Zusammenleben in dieser zusammengewürfelten WG, um gleichzeitig aufgegebene eBay-Kleinanzeigen und viele komische Zufälle. Dieser Szenerie vorweg geht jeweils ein spe­zielles «Auftaktspiel», das die 40-jährige Geschichte der Schemeli Bühne Reinach schauspielerisch verarbeitet – und zwar aus der Perspektive des nimmermüden Theatergeistes, der zum Schluss verkündet: «Theater ist wie Ferien. Es ist eine schöne Auszeit – für das Publikum, aber auch für die Spielenden.»

«Do sinn Sie richtig» – Schemeli Bühne Reinach. Premiere: Samstag, 11. Mai, Hofmattsaal Münchenstein.

Tickets: www.schemeli.ch

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