Verhalten optimistisch ins Jahr 2026
Gemeindepräsident Ferdinand Pulver (FDP) gab an seiner Neujahrsansprache einer allgemein als gedrückt empfundenen Stimmung Ausdruck. Trotzdem unterliess er es nicht, einen positiven Blick in die Zukunft zu werfen.

Einer der Höhepunkte des neuen Jahres dürfte für Reinach die Eröffnung des «Hauses der Musik» im Quartier Hinterkirch werden. Die Reinacherinnen und Reinacher hatten dem Projekt in einer Abstimmung im Jahr 2023 mit grosser Mehrheit zugestimmt. 18 Instrumentalräume, zwei Schlagzeugräume und drei Zimmer für Ensembles oder Bands werden in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen. Dass sich die Investition in eine musizierende Jugend jedenfalls lohnt, bewies die Band Drop the Beat, die aus der Musikschule Reinach hervorgegangen war und den Neujahrsapéro der Gemeinde am vergangenen Sonntag musikalisch mit allerseits bekannten Hits umrahmte.
Die jungen Musiker und die Pianistin schafften es nach einigem Bemühen sogar, dem frostigen Januarmorgen so etwas wie Lebensfreude nach Schweizer Mass einzuhauchen, ja, dem einen oder anderen Besucher sogar ein leichtes Wippen abzugewinnen. Grund zu überschwänglicher Ausgelassenheit gab der Start ins neue Jahr freilich nicht – in Gedenken an die Opfer des Brandes in Crans-Montana liess Gemeindepräsident Ferdinand Pulver (FDP) eine Schweigeminute abhalten.
«Das letzte Jahr war nicht einfach»
Die Gemeinde Reinach verzichtete am diesjährigen Neujahrsapéro auf grosses Spektakel. Dies hätte auch nicht gepasst, hat der Reinacher Einwohnerrat doch in seiner Sitzung vom Dezember gerade eine Erhöhung des Steuerfusses für natürliche Personen um vier Prozentpunkte auf 58,5 Prozent beschlossen. Unter anderem damit soll dem seit Jahren bestehenden strukturellen Defizit in der Gemeindekasse entgegengearbeitet werden. In seiner Neujahrsansprache verlieh Pulver dem allgemeinen Befinden global wie kommunal Ausdruck: «Das letzte Jahr war nicht einfach. All die Nachrichten aus aller Welt – vom Krieg in der Ukraine bis zu jenem in Gaza – können einem schon aufs Gemüt schlagen. Und für Reinach war es an der Zeit, unangenehme Entscheidungen zu treffen.» Die finanzielle Situation erfordere weiterhin ein «sorgsames, verantwortungsvolles Handeln», so Pulver.
«Es lohnt sich, positiv zu bleiben»
Der Gemeindepräsident hob aber auch die vielen positiven Aspekte Reinachs hervor: «Rund 1200 Unternehmen sichern 12 000 Arbeitsplätze. Dies beweist, dass Reinach nach wie vor ein hervorragender Wohn- und Arbeitsort ist.» Reinach werde durch die Menschen geprägt, welche es mitgestalten und «Reinach zu dem machen, was es ist». Die Stadt vor der Stadt werde durch den «Zusammenhalt der Menschen» ausgezeichnet. Demokratie beginne somit nicht erst an der Urne, sondern äussere sich im täglichen Umgang der Menschen untereinander: «Demokratie heisst auch, dass niemand zurückgelassen wird und alle teilhaben können.»
Mit Ausblick auf die Zukunft sagte er: «Gemeinsam werden wir auch diese herausfordernde Zeit meistern.» Zudem fügte er bei: «Aufgrund meiner eigenen Lebenserfahrung weiss ich: Es lohnt sich immer, positiv zu bleiben.»


