Nach 16 Jahren: Neue Führung für das Jugendheim Erlenhof

Nach 18 Jahren im Jugendheim Erlenhof, davon 16 Jahre als Heimleiter, tritt Arthur Sennrich in den Ruhestand. Sein Nachfolger heisst Pascal Brenner.

Der alte und der neue Heimleiter: Stiftungsratspräsidentin Lisa Nussbaumer, flankiert vom scheidenden Arthur Sennrich (l.) und seinem Nachfolger Pascal Brenner.  Foto: Heiner Leuthardt
Der alte und der neue Heimleiter: Stiftungsratspräsidentin Lisa Nussbaumer, flankiert vom scheidenden Arthur Sennrich (l.) und seinem Nachfolger Pascal Brenner. Foto: Heiner Leuthardt

Die 18 Jahre im Erlenhof waren eine sehr bereichernde, intensive und sowohl menschlich wie beruflich gute Zeit, die mir viele interessante Begegnungen brachte», stellt der scheidende Heimleiter des Jugendheimes Erlenhof, Arthur Sennrich dankbar fest. Dabei war sein Start 1995 im Erlenhof alles andere als leicht. «Angestellt wurde ich zur Entlastung des Heimleiters als sein Stellvertreter. Dieser erkrankte aber schwer, sodass ich nach zwei Wochen den Erlenhof leitete.» Zugleich befand sich der Erlenhof in einer schwierigen Phase. «Der Heimleiter verfolgte einen autoritären Führungsstil.» Daher sanken die Anfragen zur Platzierung von Jugendlichen, die sich in einer schwierigen Lebensphase befinden, rapide. «Einerseits musste ich die Kontinuität wahren und andererseits Veränderungen einleiten.»


Weg vom autoritären Führungsstil

Im Zentrum stand für Arthur Sennrich ein partizipativer Führungsstil, den er erfolgreich einführte. «Mir kam zugute, dass ich in dieser Zeit auch eine Ausbildung in Gestalttherapie absolvierte.» Von dort konnte er das dialogische Prinzip übernehmen. «Es gibt klare Strukturen und Zuordnung der Verantwortung, gleichzeitig aber auch Mitsprachemöglichkeiten.» Nebst guten Arbeitsbedingungen und Supervision förderte Arthur Sennrich das Spirituelle, Menschliche und Arbeitsethische etwa mit der Einführung einer Meditationsgruppe. Diese basiert auf der Zen-Meditation. Wichtig ist ihm ebenso die Förderung des Schönen, etwa mit Kunstobjekten. In der Ausbildung führte er bei den Lehrbetrieben eine realitätsgerechte Arbeitsweise ein. Damit sollten die Betriebe nicht nur ihren Teil an die Einnahmen des Erlenhofs leisten, sondern auch die Jugendlichen auf den realen Arbeitsalltag vorbereiten. Hinzu kommen verschiedene Praktika in Partnerbetrieben.

Trotz der steten Optimierung, wie etwa aktuell dem Neubau des Werkstattgebäudes, befindet sich der Erlenhof erneut in einer Umbruchphase, ausgelöst durch gesellschaftliche und demografische Veränderungen sowie knappe Geldmittel. «Das führt nicht nur bei uns zu deutlich weniger Einweisungen von Jugendlichen.» Durch Restrukturierungsmassnahmen reagierte man bereits. Die Neupositionierung aber wird eine zentrale Aufgabe des neuen Heimleiters, Pascal Brenner, sein.


Arbeit weiterführen


Lisa Nussbaumer, Präsidentin des Stiftungsrats, weiss, dass die Unterbelegung Angst bereite, «sie kann aber auch neue Impulse und Ideen auslösen». Sie ist überzeugt, dass es Pascal Brenner, gemeinsam mit den Mitarbeitenden und dem Stiftungsrat, gelingen wird, die hervorragende Arbeit von Arthur Sennrich weiter zu führen und zu entwickeln.

Pascal Brenner, der in Himmelried aufgewachsen ist und heute in Nunningen wohnt, freut sich auf die kommenden Aufgaben. In seiner Ausbildung zum Sozialarbeiter lernte er den Erlenhof kennen. «Zum Wechsel hierher bewog mich sowohl der Standort wie das Konzept des Erlenhofs, aber auch sein grosses Potenzial.» Zuerst möchte der Vater dreier Kinder aber ankommen, schauen, um dann die nötigen Veränderungsprozesse einzuleiten.

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