Mobiler Recycling-Park noch vor Versuchsstart in der Kritik

Noch vor dem Start des zweijährigen Pilotprojekts im kommenden Januar werden Zweifel am mobilen Recycling-Park auf dem Werkhof- und Feuerwehrareal laut.

Ab Januar 2013 zweimal im Monat: Von der Sternenhofstrasse her fährt man auf das Werkhofareal und weiter zum mobilen Recycling-Park.  Foto: Heiner Leuthardt
Ab Januar 2013 zweimal im Monat: Von der Sternenhofstrasse her fährt man auf das Werkhofareal und weiter zum mobilen Recycling-Park. Foto: Heiner Leuthardt

Heiner Leuthardt

Die jüngste Publikation des Gemeinderates zur Einführung des mobilen Recycling-Parks auf dem Areal des Werkhofs Wasser und der Feuerwehr an der Bruggstrasse löst bei der BDP-Einwohnerrätin Marie-Therese Müller Zweifel aus. «Für mich ist das die schlechteste aller Lösungen», stellt sie enttäuscht fest. Für sie wäre der Standort auf dem ARA-Areal ideal gewesen, sieht aber dessen Nachteile ebenso wie beim nun geplanten mobilen Recycling-Park mit seinen wechselnden Standorten auf den Parkplätzen des Weiermatt- und des Fiechtenschulhauses.

Daher hätte Marie-Therese Müller etwa das Angebot der Firma Jost vorgezogen, welche die Entsorgung in Eigenregie übernehmen wollte, oder wenn man mit der Firma Vogelsanger oder benachbarten Gemeinden zusammenarbeiten würde. «Ich habe den Eindruck, der Recycling-Park wurde auf die lange Bank geschoben. Jetzt ist der Gemeinderat mit dem Sanierungsstart des Areals Alter Werkhof in Zeitnot geraten.»
Dem widerspricht Gemeindepräsident Urs Hintermann. «Wir haben verschiedene Abklärungen durchgeführt.» So habe sich gezeigt, dass die Firma Vogelsanger aus Platzgründen nicht alles anbieten könne. Die Firma Jost wiederum habe nur eine Idee vorgelegt, nicht mehr. «Jost führt aber den mobilen Recycling-Park im Rahmen des zweijährigen Pilotversuchs», sagt Hintermann gegenüber dem «Wochenblatt».

Kaum Störung für Feuerwehr
Problematisch ist die parallele Nutzung des Areals durch die Feuerwehr und den Recycling-Park. «Da haben Gespräche stattgefunden», versichert SP-Gemeinderat Silvio Tondi, der für die Ver- und Entsorgung zuständig ist. Die Feuerwehr werde nur minimal tangiert, denn die Zufahrt erfolge von der Sternenhofstrasse her durch das Tor beim Asylbewerberzentrum. Im Tropfensystem werden die Benutzer in den Entsorgungsbereich beim Werkhof des Wasserwerks gelassen, den sie anschliessend über die Pfeffingerstrasse wieder verlassen. «Der Verkehr wird durch Verkehrskadetten geregelt, damit die Feuerwehr jederzeit ausrücken kann.»

Die Gespräche bestätigt Feuerwehrkommandant Michael Meier. «Wir stellen uns nicht gegen die Pilot- und Versuchsphase.» Aber besonders glücklich scheint Meier nicht zu sein, dies nicht nur wegen der Ernstfalleinsätze – «Wir werden das testen!» –, sondern auch wegen der Übungen der Jugendfeuerwehr und der Aspiranten. «Das sind insgesamt 28 Samstage im Jahr.» Trotz Straffungen komme es zu Datumsüberschneidungen, weshalb Übungen ins Dorf verlegt werden müssten.

Interkommunale Lösung?
Bleibt als Ausweg ein interkommunal betriebener Recycling-Park. Das Interesse scheint vorhanden zu sein. So etwa würde Aeschs Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger eine zentrale Lösung im Rahmen der «Birsstadt» begrüssen. «Eine Anfrage aus Reinach würde der Gemeinderat prüfen.» Auch Silvio Tondi sieht darin eine Möglichkeit, doch erst möchte er Erfahrungen mit dem mobilen Recycling-Park in Reinach sammeln.

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