Mobile Herausforderungen
Regierungsrätin Sabine Pegoraro erläuterte an den Reinacher Wirtschaftsgesprächen von letzter Woche mögliche Szenarien zur Entlastung der Verkehrsinfrastruktur in und um Reinach.

Tobias Gfeller
Im vergangenen Jahr wurde mit dem Bahnhof Dornach-Arlesheim die wichtigste Verkehrsdrehscheibe des Kantons Baselland eröffnet. Damit diese auch effektiv genutzt werden kann, müssen weitere Massnahmen im öffentlichen Verkehr (öV) ergriffen werden, mahnte Reinachs Gemeindepräsident Urs Hintermann in seiner Eröffnungsrede. Es war dann an Baudirektorin Sabine Pegoraro, mögliche Szenarien aufzuzeigen.
ÖV stösst an Grenzen
«Die Drehscheibe Dornach-Arlesheim kommt nur zum Tragen, wenn die Verkehrsmittel, die dort zusammenkommen, ihre Stärken ausspielen können und so zu einem optimalen Zusammenspiel beitragen», sagte Pegoraro. Dass der neue Bahnhof der grösste Regionalverkehrsknotenpunkt sei, unterstrich sie mit einer imposanten Zahl: Pro Stunde könnten theoretisch über 4500 Personen den Bahnhof durchfahren oder dort umsteigen. Der Verbindung nach Reinach komme eine besondere Bedeutung zu, erklärte Pegoraro den anwesenden Vertretern der regionalen Wirtschaft.
Diese Verbindung besteht aktuell aus der Buslinie 64, die von Arlesheim Dorf über den Bahnhof bis nach Allschwil führt. Gemeindepräsident Hintermann zeigte mit diesem Beispiel auf, dass «der öV anfällig auf Einflüsse von aussen ist. Trotz gut ausgebautem Schienennetz führen 60 Prozent des öVs über die Strasse», so der SP-Politiker. Der 64er stecke täglich auf der Bruggstrasse in Reinach, auf der Birsigtalstrasse nach Therwil und in Therwil selber im Stau. Dies mindere die Attraktivität dieser Verbindung, sind sich Hintermann und Pegoraro einig.
Verlängerung der BLT-Tramlinien
Das Herz der Reinacher Wirtschaft, das Gewerbegebiet «Kägen», grenzt an die oft vollgestopfte Bruggstrasse. «Eine Überbrückung, die nur für den Bus zugänglich wäre, würde eine Entlastung für den Busverkehr bringen», schwebte Pegoraro mit ihren Gedanken in die Zukunft. Viel konkreter seien jedoch schon zwei Varianten zu den beiden BLT-Tramlinien 10 und 11. Als Variante 1 sieht sie die Verlängerung der Linie 10 vom Bahnhof Dornach-Arlesheim bis nach Aesch. Diese würde dann auf Höhe Vogesenstrasse ins 11er-Trassee münden.
In der Variante 2 sieht die Baudirektorin die Weiterführung der Linie 11 bis zum Bahnhof Dornach-Arlesheim und weiter bis zur Haltestelle Apfelsee in Dornach. Möglich sei auch ein Eilkurs des 11er Trams, der nur jede vierte Station hält und so die Leute schneller nach Basel bringt. Pegoraro machte deutlich, dass eigentlich nichts unmöglich sei. Nur gelte es zu beachten, ob eine Realisierung praktisch machbar wäre und vor allem, wer und wie dies bezahlt würde. Ein Vorschlag aus dem Publikum, wonach eine Schwebebahn doch etwas Neues wäre, brachte Pegoraro am Ende noch zum Schmunzeln.


