Kunst in Galerien, die sonst gar keine sind

Am Wochenende findet die 12. Reinacher Galerien-Nacht statt: Beim Schlendern durchs Dorfzentrum gibt es an sieben Standorten verschiedenste Kunst und Kulinarik zu erleben.

Bringt Licht ins Dunkel: Der holzige «Werbeblock» kündigt die Galerien-Nacht am Wochenende an. Foto: Florin Bürgler

Ein holziger Hingucker: Vor dem Heimatmuseum thronte vergangene Woche ein rund drei Meter langer Holzblock, auf dem in grossen und grell leuchtenden Lettern «Galerien-Nacht» zu lesen war. Mit diesem speziellen Werbeformat wurde angekündigt, was am 18. und 19. November im und ums Reinacher Dorfzentrum vonstattengeht. Während der mobile, grün-gelbe Werbeblock in den vergangenen Tagen auch noch an anderen Standorten zu sehen war, blieb beim Konzept der Galerien-Nacht alles beim Alten: «Seit Jahren sind bei uns die gleichen Galerien dabei, das bleibt glücklicherweise sehr stabil und hat sich gut etabliert», erklärt Beda Flury vom Organisationskomitee. Mittlerweile findet die Galerien-Nacht bereits zum zwölften Mal statt, auch im Corona-Jahr 2021 konnte sie unter Masken- und Zertifikatspflicht durchgeführt werden. Angefangen hat alles im Jahr 2005: «Wir haben uns damals zusammen mit der Gemeinde gedacht, dass wir in Reinach gerne mehr im Kunstbereich veranstalten würden», meint Flury, der schon seit der ersten Stunde mit dabei ist. Anfangs fanden die Galerien-Nacht und die von der Gemeinde organisierte Ausstellungsreihe «Kunst in Reinach» im November kurz nacheinander statt, doch seit 2010 habe man dafür eine sinnvollere Lösung gefunden, erklärt Flury: «Wir wechseln uns jedes Jahr ab und so findet in jedem ungeraden Jahr eine Galerien-Nacht statt.»

Schreinerei und Treuhandbüro werden zu Galerien

Rund um den Dorfkern sind sieben Standorte Teil des nächtlichen Kunstrundgangs. Speziell ist, dass die meisten «Galerien» in der Regel gar keine sind. Hinter der «Galerie zum Holzspon» verbirgt sich beispielsweise die Schreinerei Wenger und hinter der «Galerie Strittgässli» steckt das Treuhandbüro Urs Baumann & Partner. Eine der einzigen Galerien, die auch sonst als solche fungiert, ist diejenige von Flury selbst. In seiner «Galerie XT» stellt er dieses Jahr neben seinen eigenen Acrylbildern auch Objekte der Münchensteinerin Elisabeth Kühn Leber aus, die mit der japanischen Brenntechnik «Raku» verschiedenste Keramik-kunstwerke schafft. Weitere Stationen sind das Heimatmuseum, das Bürgergemeindehaus, der Kunstraum 1A sowie die Galerie Werkstatt Leimgruberhaus. Insgesamt gibt es sieben Galerien, die jeweils die Werke von zwei Künstlerinnen oder Künstlern ausstellen. Eröffnet wird die Galerien-Nacht im Gemeindehaus mit einer Begrüssung durch Gemeinderätin Christine Dollinger und einer musikalischen Umrahmung der Reinacher Musikschulband Wordless. Flury erklärt: «Bei der Vernissage im Gemeindehaus wird von jedem Künstler ein Werk ausgestellt und es gibt eine kurze Vorstellungsrunde, bei der man einen Einblick bekommt, was es später in den Galerien zu sehen gibt.»

Kulinarische Farbpaletten

«Nach der Vernissage wartet ein Apéro riche im Gemeindehaus, danach bieten die einzelnen Galerien kleine kulinarische Häppchen an», erklärt der passionierte Hobbykoch Flury weiter. Dabei hätten sich über die Jahre bereits gewisse unverzichtbare Traditionsmenüs ergeben. So wird in der Schreinerei Wenger, alias Galerie zum Holzspon, seit Jahren gehobelter Käse serviert und in der Galerie XT von Flury wartet eine «kulinarische Farbpalette» auf die kunsthungrigen Besuchenden. Ein Zielpublikum gibt es laut Flury nicht: «Um ehrlich zu sein, zog es aber bis anhin eher ein Ü-50-Publikum an», meint Flury schmunzelnd. Die Besuchszahlen seien dabei seit dem Beginn vor 18 Jahren relativ konstant bei rund 200 Personen geblieben. Der Eintritt ist frei, lediglich für das kulinarische Angebot stehe ein Trinkgeldkässeli bereit. Flury meint abschliessend: «Die Galerien-Nacht bietet viel Kunst, gutes Essen und kurze Wege.»

Reinacher Galerien-Nacht im Dorfkern: 18. November von 18.45 Uhr (Vernissage Gemeindehaus) bis 23 Uhr. 19. November von 14 bis 17 Uhr.

«Die Galerien-Nacht bietet viel Kunst, gutes Essen und kurze Wege.» Beda Flury

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