Juchzen, Jodeln, Tanzen: Zeitreise in der Sprache der Herzen

Der Jodlerklub Reinach feiert im kommenden Jahr sein 70-Jahr-Jubiläum und läutete am Jodler-Obe vom letzten Samstag das festliche Aufleben von Erinnerungen ein.

Ein Tänzchen in Ehren: Der Volkstanzkreis Reinach leistete seinen Beitrag zum wundervollen Abend.  Foto: Bea Asper
Ein Tänzchen in Ehren: Der Volkstanzkreis Reinach leistete seinen Beitrag zum wundervollen Abend. Foto: Bea Asper

Bea Asper

Den Ursprung des Schweizer Jodels findet man im Viehlock- und Signalruf; der Juuz als Ausdruck von Empfindungen wurde dann in den letzten 180 Jahren von über 100 volkstümlichen Komponisten ergänzt mit Texten und Melodien für Chöre. Die Lieder werden heute von 24 000 Mitgliedern von Jodlervereinigungen in wöchentlichen Gesangsproben einstudiert und an Anlässen von regionaler oder nationaler Bedeutung vorgetragen. In Reinach seit 70 Jahren vom örtlichen Jodlerklub.

Näher dran und mittendrin

Den Auftakt zu seinem Jubiläum im kommenden Jahr machte der Jodlerklub Reinach letzten Samstag mit dem wunderbaren Jodler-Obe «Weisch no?» in der Weiermatthalle. Und für das nächste Jahr plant er Überraschungen für die Jodler-Chilbi und den Unterhaltungsabend, wobei natürlich thematisiert wird, dass die Chilbi von der Heide umgezogen ist ins Zentrum von Reinach. «Näher dran, mitten drin», war die Überlegung, erklärte Vereinspräsident Marcel Süess.

Er liebt mich, er liebt mich nicht …

Die Mitgliederzahl der Reinacher Jodler hat in der Vereinsgeschichte abgenommen, doch dafür ist der Einsatz der Aktiven umso bemerkenswerter und ihre Anlässe sind beliebter denn je; nur wenige Sitzplätze waren nicht besetzt. Auf idealisierende Weise das Heimatleben zu besingen ist noch immer bester Seelenbalsam gegen Alltagsstress: Dem Reinacher Jodlerklub gelang es auf Anhieb, das Publikum mitzunehmen in die romantische Idylle von Natur und Liebe: «Dini Seel ä chli la bambälä la», begeisterte die Zuschauer, doch war dies nur eines der vielen Highlights.

Auf der Zeitreise in der Sprache der Herzen versetzten die Jodler die Zuschauer in ihre schönsten Erinnerungen. «Oh dieses Gefühl, Herzflattern, Schmetterlinge im Bauch, das muss Liebe sein», ertönt es auf der Bühne und es tauchte das Bild auf, als man in der Jugend in der Blumenwiese sass und beim Entblättern der Margerite nur den einen Gedanken hatte: «Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich …»

Mit ihrem Gesang in allen Klangfarben und komödiantischen Inszenierungen führten die Jodler die Zuschauer weiter zu den vielen Festlichkeiten, wo Freundschaften gepflegt wurden und man bis tief in die Nacht das Tanzbein schwang. Man fühlte sich jedes Mal wie auf einem Ball. Herausgeputzt traten Frauen und Männer des Volkstanz-Kreis Reinach und der Trachtengruppe Muttenz auf die Bühne und lebten vor, wie das Tanzen glücklich macht. Und als später das Schwyzerörgeli-Trio «Eggflue» mit erfrischendem Klang es in allen Muskelpartien juchzen liess, nutzten die Zuschauer die Gelegenheit, mit einem Tänzchen die alte Liebe neu aufleben zu lassen.

Zuvor waren die Bauchmuskeln herrlich strapaziert worden von der Theatergruppe Jodlerklub Nunningen, die mit ihrem Lustspiel: «Gülle, Mischt und Schönheitskur» dazu beitrug, den Reinachern einen unvergesslichen Abend zu bieten. Dabei kamen natürlich auch das Kulinarische und die Aussicht auf tolle Tombola-Preise nicht zu kurz.

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