Im Wirrwarr der Liebe

Morgen Abend feiert die Reinacher Schemeli-­Bühne die Premiere ihres Stücks «D Balkon-Szene». Das Theaterensemble sorgt dabei für Lacher und Verwirrung.

Heiter-lustig bis schmerzhaft-komisch: Die Schemeli-Bühne in ihrem Element. Fotos: Axel Mannigel

Heiter-lustig bis schmerzhaft-komisch: Die Schemeli-Bühne in ihrem Element. Fotos: Axel Mannigel

Freund und Helfer: Die Polizei sieht nach dem Rechten, aber hat sie auch den Durchblick?

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Noch ist die Weiermatthalle an diesem Probenabend praktisch leer, nur ein paar Stühle stehen da für die Souffleuse, die Licht- und Tonregie, den Regisseur und ein paar Gäste. Der rote Vorhang ist geschlossen und hinter ihm ist leises Getuschel zu hören, das jedoch abrupt endet, als Regisseur Renato Salvi um Ruhe bittet. Er erklärt die Modalitäten des Durchlaufs, etwa dass er nicht unterbrechen werde und dass bitte einfach mit Leidenschaft gespielt werden solle. Was die Schauspielerinnen und Schauspieler der Schemeli-Bühne dann auch tun.

Die Zuschauer sehen in die Räumlichkeiten des Partnervermittlungsinstituts von Lilly LaMour aka Cornelia Howald (Nicole Kim), in denen die gesamte Handlung stattfindet. Und diese ist, wie es sich für eine englische Komödie gehört, schön verstrickt, verschachtelt und verzahnt, so dass das Chaos schon sehr bald seinen Lauf nimmt. Zwischen allen Vermittlungswilligen und -unwilligen sorgt das neue Dienstmädchen Marina (Pia Meister) für viel Trubel, der Dichter Jeremias Gotthold (Jean Schär) stirbt fast vor Herzschmerz und die Polizei in Person von Korporal Spring (Franz Henzen) verursacht mehr Verwirrung als Ordnung.

Viel Tempo, viel Witz

«D Balkon-Szene» basiert auf dem Theaterstück «The Balcony Scene», eine Komödie von John Chapman und Anthony Marriott. «In diesem Stück gibt es glatte Rollen, richtiges Material zum Spielen und als englisches Stück ist es ganz anders als ein deutsches. Es hat viel, viel mehr Tempo drin und auch deutlich mehr Tohuwabohu», sagt Regisseur ­Renato Salvi aus Basel. Allerdings besitze es keinen klassisch englischen Humor, keine Morbidität und nichts «Freches», nein, es sei recht brav.

Die grösste Herausforderung bei diesem Stück sei «das Beibehalten der Schnelligkeit der Dialoge und das fehlerfreie Texten mit den korrekten Abläufen», erklärt Vereinspräsident Philipp Kunz. «Nur so kommt der Witz rüber, der dieses Stück bieten soll.» Kunz muss im Stück unfreiwillig als Liebhaber Henry Harder herhalten, dabei wollte er sich doch nur nach seiner Tochter erkundigen. Für Kunz und die anderen Laien ist es auch nach rund 70 Proben keine Leichtigkeit, sich in der Rolle gehen zu lassen, sich zu öffnen, sich preiszugeben. Und ja, die Schauspieler sind an diesem Abend noch nicht ganz auf der Überholspur.

Natürlich, so Kunz, ist das Zentrale an einer Rolle neben dem Text ihre Authentizität: «Sich in die Rolle einzufühlen und diese so zu verkörpern, dass die Zuschauenden den Eindruck erhalten, der spielt das nicht, der ist so.» Beim Probenabend sind alle Darstellenden auf bestem Weg, etwa der Mitarbeiter von Lilly LaMour (Dieter Jegge), der Offizier der Heilsarmee (Alfred Strösslin), die Stammkundin (Stefanie Schnörr) und die Ehefrau von Henry Harder (Yvonne Müller), die Figuren zu sein und sie nicht nur zu spielen.

Doch für Regisseur Salvi ist nach dem Durchlauf klar, dass noch ein Stück Arbeit notwendig sein wird, um dem Publikum den Witz des Dramas zu vermitteln. Auf jeden Fall gibt es viele Möglichkeiten, zu lachen, zu schmunzeln oder auch sich vielleicht in der ein oder anderen Rolle wiederzuerkennen. Das Potenzial ist ­definitiv vorhanden.

«D Balkon-Szene», Schemeli-Bühne. Premiere am 27.1., 20 Uhr. Weitere Vorstellungen am 28.1., 3.2. und 4.2. jeweils um 20 Uhr und am 29.1. um 14 Uhr. schemeli.ch

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