Handy – Fluch oder Segen?

Ein Diskussionsabend am Dienstag hat gezeigt: Jugendliche benutzen ihr Handy viel. Dabei sind die Eltern nicht nur gute Vorbilder.

Versunken im Smartphone: Für Jugendliche ist das Smartphone fester Bestandteil des Lebens – immer und überall.  Pixabay.com
Versunken im Smartphone: Für Jugendliche ist das Smartphone fester Bestandteil des Lebens – immer und überall. Pixabay.com

Das Smartphone ist omnipräsent. Ein Alltag ohne die technisch raffinierten Geräte scheint insbesondere bei Jugendlichen nicht mehr möglich: Gemäss einer Studie benutzen 99 Prozent der Schweizer Jugendlichen heute ein Smartphone, über 90 Prozent davon benutzen ihr Gerät und somit auch das Internet täglich. Ein Umstand, der besonders Eltern beschäftigt. Deshalb hat die Informationsplattform «Reinach redet» am vergangenen Dienstagabend zu einem Diskussionsabend unter dem Titel «Handy – Fluch oder Segen?» ins Zentrum Erlenhof eingeladen. Der Einladung gefolgt waren einige Jugendliche, aber vor allem Eltern, die sich Gedanken über den Medienkonsum ihrer Kinder machten. «Für die Jugendlichen ist es sehr wichtig, vernetzt zu sein, wobei das Zugehörigkeitsgefühl und die Kommunikation unter Gleichaltrigen eine grosse Rolle spielt», so Jugend- und Schulsozialarbeiter Lukas Mühlemann. Zudem bieten die digitalen Netzwerke einen Freiraum. «Was für uns Eltern früher stundenlanges Telefonieren war, sind heute Whats App, Instagram oder Onlinespiele.» Ob der Handykonsum Züge einer Sucht annimmt, lässt sich nicht unbedingt an der Anzahl Stunden erkennen, in denen das Kind mit dem Gerät beschäftigt ist: Erst wenn sich ein Jugendlicher zurückzieht oder andere Interessen vernachlässigt, müsse man hellhörig werden. Sozialpädagoge Oliver Widmer plädierte dafür, mit den Kindern klare Regeln für die Mediennutzung aufzustellen – daran müssten sich aber auch die Erwachsenen halten. «Als Erwachsene sollten wir uns fragen, ob wir denn wirklich Vorbilder für unsere Kinder sind», so Mühlemann. Es ist bereits erwiesen, dass es sich nachteilig auf das Beziehungsverhalten von Heranwachsenden auswirkt, wenn sie als Kleinkind erleben, dass sich Mamma oder Papa mit dem Handy statt mit ihnen beschäftigen.

Problematische Inhalte

Kritisch beurteilt wurde die Selbstdarstellung von Jugendlichen in sozialen Netzwerken und der Konsum problematischer Inhalte: So geben etwa 76 Prozent der Jungen an, brutale Videos im Internet gesehen zu haben. «Vieles, was Jugendliche im Internet sehen, ist nicht gut», betonte Schulsozialarbeiterin Silvia Salathe. Wichtig sei es deshalb, dass sich die Eltern zusammen mit den Kindern über die Nutzung solcher Medien unterhalten, einen kompetenten Umgang erlernen. Erlenhof-Geschäftsführer Pascal Brenner gab ausserdem zu bedenken: «Oft ist es so, dass sich der Medienkonsum im Laufe des Älterwerdens reguliert.»

Auf lautlos schalten

Der Fokus lag am vergangenen Dienstag auf dem Umgang der Eltern mit dem Medienverhalten ihrer Kinder, doch wurden auch Erfahrungen rund um das Smartphone allgemein erläutert. Der Anspruch, rund um die Uhr erreichbar zu sein und möglichst zeitnah auf Nachrichten zu antworten, führt bei Erwachsenen vermehrt zu Stress: «Das ewige Klingeln und Piepsen ging mir auf die Nerven. Mittlerweile habe ich mein Handy immer auf lautlos. Ich schaue dann drauf, wenn es mir passt.» Diverse Apps bieten zudem die Möglichkeit, den eigenen Smartphone-Konsum zu kontrollieren. «Den Stress mit dem Handy erzeugen wir eigentlich selber», so ein weiteres Votum.

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