Hallenbad oder Indoor-Spielplatz: Das wollen die Reinacher Kinder

Vor 10 Jahren hat Reinach das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» erhalten. Im Jubiläumsjahr 2022 können Kinder ihre Wünsche einbringen.

Wird schon eifrig genutzt: Aktuell können Kinder auf dem Spielplatz Landhof ihre Wünsche notieren. Foto: Caspar Reimer
Wird schon eifrig genutzt: Aktuell können Kinder auf dem Spielplatz Landhof ihre Wünsche notieren. Foto: Caspar Reimer

Wie muss Reinach sein, damit sich Kinder wohl fühlen? Ab sofort können alle in Reinach wohnhaften Kinder, Jugendlichen und ihre Begleitpersonen Ideen, Wünsche und Vorstellungen auf eine «Krizzelbox» schreiben. Momentan steht diese auf dem Spielplatz Landhof und ab April monatlich an einem anderen Standort in Reinach.

Das Angebot wurde bereits eifrig genutzt und dem Gekritzel ist zu entnehmen, dass sich einige Kinder etwa ein Hallenbad, einen Indoor-Spielplatz oder einen Skate- und Trottipark wünschen. Auch andere Ideen, wie eine öffentliche Toilette auf jedem Spielplatz, wurden angebracht.

Die Idee der Krizzelbox stammt ursprünglich aus Frauenfeld und wurde der Gemeindeverwaltung im Rahmen eines Netzwerktreffens zur Kinder- und Jugendförderung vorgestellt. «Nach diversen Telefongesprächen konnten wir in Erfahrung bringen, wie diese Kiste konstruiert wird», so Gemeinderätin Béatrix von Sury (CVP). In der Schlosserei des Erlenhofs wurde sie angefertigt und in den Farben des Reinacher Gemeindelogos gestaltet. «Die Wünsche werden ­fotografisch festgehalten und fliessen in die politischen Planungsprozesse der Gemeinde ein.»

Legales Sprayen und Robi-Spielplatz

Die Feedbacks werden in den nächsten Aktionsplan «Kinderfreundliche Gemeinde» aufgenommen, der verbindliche Massnahmen und Ziele zur Erhaltung und Förderung der Kinderfreundlichkeit in der Gemeinde setzt und alle paar Jahre erneuert wird. Im aktuellen Aktionsplan sind etwa die Möglichkeit für legales Sprayen, die Realisierung eines Robinsonspielplatzes – der momentan auf Eis liegt – oder die kindergerechte Öffentlichkeitsarbeit für Primarschüler aufgeführt.

Es ist kein Zufall, dass die Krizzelbox gerade in diesem Jahr in der Stadt vor der Stadt die Runde macht, denn Reinach hat vor zehn Jahren das Unicef-­Label «Kinderfreundliche Gemeinde» erhalten.

Aktionen im Jubiläumsjahr

Zwar haben es ganz grosse Projekte wie etwa ein Hallenbad aufgrund der finanziellen Lage der Gemeinde schwer, die Zertifizierung mit dem Unicef-Label zeigt aber, dass Reinach bereits jetzt für Kinder und Jugendliche attraktiv zu sein scheint. Bei der Vergabe des Labels geht es denn auch nicht primär um spektakuläre Freizeiteinrichtungen, sondern etwa auch um familienergänzende Betreuung, Gesundheit oder Kinder- und Jugendschutz.

Die Gemeinde feiert das Jubiläumsjahr mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen. Höhepunkt bildet ein grosses Fest im Spätsommer, an dem sich Reinacher Vereine, Institutionen und Fachbereiche der Gemeinde beteiligen. Aktuell gibt die Gemeinde ein Gutscheinheft heraus, mit dem Kinder von kos­tenlosen oder vergünstigten Angeboten profitieren können.

Weitere Artikel zu «Reinach», die sie interessieren könnten

Abgelehnt: Weil am Rosenweg eine kantonale Veloroute durchführt, lässt sich hier keine Begegnungszone errichten.Foto: Caspar Reimer
Reinach05.08.2026

Neues Konzept für Begegnungszonensoll endlich Klarheit schaffen

Oft erreichen den Reinacher Gemeinderat Anfragen zur Verkehrsberuhigung in Quartierstrassen. Ein neues Konzept definiert nun die Bedingungen für…
Neuanfang: In Gelsenkirchen wird Kaltuk die künstlerische Verantwortung der Tanzsparte tragen und für rund 20 Personen zuständig sein. Foto: zvg/ Lucas Ziegler
Reinach23.07.2026

«Ich brauche Menschen, die mit mir rennen und die mir nicht hinterherrennen»

Der Reinacher Tänzer und Choreograf Muhammed Kaltuk übernimmt die Leitung der Tanzsparte eines renommierten Musik-theaters. Gleichzeitig plant er seine nächsten…
Wird zum Stadtpark umgebaut: Der alte Friedhof im Reinacher Dorfkern. Foto: Archiv / Kenneth Nars
Reinach15.07.2026

Trotz leerer Kassen: Reinach kriegt einen neuen Stadtpark

Der alte Friedhof im Ortskern wird zur Erholungsfläche für alle, gemäss den Wünschen der Bevölkerung. Dafür muss die Gemeinde keinen Steuerrappen ausgeben.