Ex-Schär-Areal: Sieben Häuser mit 144 Wohnungen sind angedacht

Am Dienstagabend informierten Grundeigentümer, Architekten sowie Behördenmitglieder die Anwohner über die zukünftige Quartierplanung des ehemaligen Schär-Areals. Das Interesse war gross.

Erster Eindruck: Blick auf den öffentlichen Platz an der Baslerstrasse.  Visualisierung: ZVG/Kägi Schnabel Architekten, Basel
Erster Eindruck: Blick auf den öffentlichen Platz an der Baslerstrasse. Visualisierung: ZVG/Kägi Schnabel Architekten, Basel

Thomas Brunnschweiler

Schon lange ist den Anwohnern der Anblick des von Sträuchern und Neophyten überwucherten Schär-Areals ein Dorn im Auge. Dass hier einmal gebaut würde, war natürlich allen Anwohnern klar. Seit Quartierplanungspflicht besteht, wissen sie auch, dass die Bebauung verdichtet sein wird, was bei Wahrung von Grünflächen zwangsläufig zu höheren Bauten führt. Angesichts der unterschiedlichen, teilweise widersprüchlichen Erwartungen der Anwohner grenzt daher die Planung einer solchen Überbauung an die Quadratur des Kreises.

144 Wohneinheiten
Die Aula des Schulhauses Bachmatten war fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als Natalie Grob von St. Alban Liegenschaften das Podium vorstellte. Sie und Benno Büchel von der Spaini Bau AG waren als Vertreter der Eigentümer anwesend. Zuerst gab Benno Büchel einen kurzen Abriss über die Geschichte des Areals. Von den ursprünglich projektierten acht Baukörpern bleiben im neuen Konzept noch sieben Häuser mit Vollgeschossen. Insgesamt sind 144 Wohneinheiten geplant. Das bedingt Häuser mit vier bis neun Geschossen. Gemeindepräsident Urs Hintermann betonte die Bedeutung dieser Landreserve, die seit der Genehmigung des Zonenplans in der Zone mit Quartierplanungspflicht liegt.

Mit dieser Pflicht werden die Eigentümer in ihrer Freiheit zwar eingeschränkt, sind aber nicht von der Mitwirkung bei Detailplanungen ausgeschlossen. Das urbane, grosszügige Projekt von Kägi Schnabel Architekten dient als Grundlage für die anstehende Quartierplanung.

Markus Kägi erklärte das Projekt und strich dessen materielle wie gestalterische Qualität hervor. Landschaftsarchitekt Andy Schönholzer erläuterte die Aussenplanung, die Grünstrukturen und die raumbildende Grossvegetation. Bei den Ausführungen über die Verkehrsfrage gab es aus dem Publikum ein erstes emotionales Votum über die angebliche «Fehlplanung» der Einstellhalleneinfahrt, deren Lage zu Rückstaus führen könnte. Quartierplaner Gottfried Stierli machte deutlich, dass der Quartierplan «Schönenbach» – so die offizielle Bezeichnung – und das dazugehörende Reglement noch nicht feststünden.

Erst im September wird der Quartierplan zur kommunalen Prüfung vorgelegt. Ende Jahr folgt ein öffentliches Mitwirkungsverfahren. Bis Mitte Februar 2016 soll der Quartierplan bereinigt sein, bis es dann im Juni zur öffentlichen Planungsauflage kommt. Ziel ist die Inkraftsetzung durch den Baselbieter Regierungsrat im September 2016.

Besorgnis, aber keine generelle Ablehnung
In der von Urs Hintermann moderierten Fragestunde ging ein Raunen durch den Raum, als von einer Bauzeit von drei bis fünf Jahren die Rede war. Auf die Frage, ob es Miet- oder Eigentumswohnungen gebe, konnte die Eigentümerschaft noch keine klaren Auskünfte erteilen; die Frage nach Sozialwohnungen wurde nicht aufgegriffen.

Am meisten zu reden gab der Schattenwurf der hohen Gebäude und die veränderte Verkehrssituation. Insgesamt war aber nichts von einer generellen Front gegen das Projekt zu spüren, auch wenn einzelne Anwohner spezifische besorgte Fragen stellten. Klar wurde, dass sich alle Anwesenden gut auf diesen ersten Informationsabend vorbereitet hatten.

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