Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Im 36. Jahr führt die Schemeli Bühne Reinach mit «Wie wärs mit Tee?» eine bittersüsse Komödie auf. Es gibt viel zu lachen, auch wenn die Geschichte dahinter eigentlich traurig ist.

Fast bühnenreif: Noch wird der letzte Schliff geprobt, doch schon am Freitag geht es los mit der ersten Aussführung des Stücks «Wie wärs mit Tee?».  Foto: Tobias Gfeller
Fast bühnenreif: Noch wird der letzte Schliff geprobt, doch schon am Freitag geht es los mit der ersten Aussführung des Stücks «Wie wärs mit Tee?». Foto: Tobias Gfeller

Hoteldirektor Alexander Nauer (gespielt von Franz Henzen) bittet People-Journalistin Julia Martin (Corinne Lienhard) hinein. Henry Böhm hat sie zu sich in die Suite bestellt. Zwischen den beiden entsteht eine besondere Beziehung. «Sie sind einsam und auf der Suche nach Liebe und Zuneigung», analysiert die Journalistin den sichtlich niedergeschlagenen Filmstar, der sich aktuell in einer Schaffens- und Lebenskrise befindet. Böhm ist eine illustre Figur. Er ist bereits zweimal geschieden und trinkt gerne auch mal einen über den Durst. Bei den Dreharbeiten zu seinem neuen Film beschliesst er, seinem eigenen Leben ein Ende zu setzen. Er sieht keinen Sinn mehr in seinem Dasein, wie auch in seinem Schaffen. Typisch für ihn, soll auch sein Tod ein grosses Ereignis sein, ein Knall, den die Journalistin für die Nachwelt festhalten soll. Er hat für sich einen Auftragskiller engagiert. Wenn Henry Böhm stirbt, ist dies ein grosses Schauspiel mit Klamauk und Furore.


Unvorhersehbare Wendungen


Noch sass am Montagabend an der ersten von zwei Hauptproben nicht jeder Dialog. Die beiden Souffleusen Jacqueline Gutzwiller und Susanna Bieglin-Besserer und Regisseurin Tiziana Sarro eilen wenn nötig zu Hilfe. «Das ist kein Problem. Das sitzt alles bis am Freitag», beruhigt die erfahrene Regisseurin. Morgen ist Premiere von «Wie wärs mit Tee?», einer bittersüssen Komödie mit unvorhersehbaren Wendungen, Irrungen und Wirrungen. «Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt», steht dazu passend im Programmheft. Das Ausgangsthema, die Krise von Henry Böhm, ist eigentlich eine traurige Angelegenheit. «Trotzdem darf und wird auch sehr viel gelacht werden», verspricht Pia Meister, die Katharina Nauer, die Schwester des Hoteldirektors, spielt und neben der Bühne das Reinacher Theater als Präsidentin leitet.


Regisseurin stiess später dazu


«Wie wärs mit Tee?» ist ein typisches Schemeli-Stück. Das Reinacher Laientheater ist bekannt für Komödien, Schwank und Lustspiele. «Das Stück wird unserem Stammpublikum definitiv gefallen», frohlockt Franz Henzen. Es hat Rhythmus, ist schnell und keine Leerläufe. Eine gute Komödie sei aber schwierig zu inszenieren, erklärt Regisseurin Tiziana Sarro. «Eine gute Komödie ist dann witzig, wenn die Situationskomik gut ist.» Der Schauspieler dürfe es nicht übertreiben und den Witz zu sehr spielen. «Das Publikum soll den Witz entdecken können.» In der Vorbereitung hätten sie viel an den einzelnen Figuren gearbeitet, verrät Sarro. «Authentisch müssen sie sein.»

Die Regisseurin stiess erst im April, als das Stück bereits ausgewählt und die Rollen verteilt waren, zur Schemeli Bühne. «Eine grosse Herausforderung», sei es gewesen, zu einer Gruppe zu stossen, die bereits mit den ersten Vorbereitungen für ein neues Stück begonnen hat. Doch sowohl Tiziana Sarro wie auch das Schauspielensemble haben die Herausforderung gemeistert. Das Resultat gibt es ab morgen in der Turnhalle des Schulhaus Weiermatt zu sehen.
Vorstellungen finden am 24., 25. und 31. Januar sowie 1. Februar jeweils 20 Uhr, 26. Januar um 14 Uhr. Tickets gibt es auf <link http: www.schemeli.ch>www.schemeli.ch oder unter 077 405 15 45 jeweils zwischen 18 und 21 Uhr.

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