Enge Gassen, wenig Verkehr und Bauen auf der grünen Wiese

Der HEV Reinach feierte sein 50-Jahr-Jubiläum und schaute zurück auf die damaligen Raumverhältnisse.

Schlusspunkt an der Jubiläums-GV: Fredy Schär verbreitete beste Laune.   Foto: Bea Asper
Schlusspunkt an der Jubiläums-GV: Fredy Schär verbreitete beste Laune. Foto: Bea Asper

Bea Asper

Ein äusserst gelungener Anlass», kommentierten Besucher und genossen das reiche Apéro-Buffet. Dreimal so viele Teilnehmende als in den Jahren zuvor zählte der Vorstand des Hauseigentümervereins Reinach an seiner Generalversammlung. Die angekündigten 50-Jahr-Feierlichkeiten hatten 150 Hauseigentümer in den Gemeindesaal gelockt. Mit Bildern und Erzählungen erinnerte man sich an die Gründerzeit. Enge Gassen und wenig Verkehr waren der Alltag im Dorfzentrum. Und viele, die sich in Reinach den Traum vom Eigenheim verwirklichten, konnten noch auf der grünen Wiese bauen. Ob diese Menschen damals ahnten, dass Reinach als Wohnort immer begehrter werden würde, sich die Einwohnerzahl verdoppeln würde? Reinach zählt heute zu jenen Gemeinden mit dem kleinsten Leerwohnungsbestand.

«Da ging die Post ab»

Fotos dokumentieren, wie die Bauernhäuser nach und nach Neubauten weichen. Die ersten Hochhäuser ragen in den Himmel, die Strassen werden breiter und füllen sich mit Autos. Die Planer jedenfalls hatten Grosses vor mit Reinach und machten auch keinen Hehl daraus, dass die Zonenplanungen das Gesicht von Reinach für das nächste Jahrhundert bestimmen würden.

«Da ging die Post ab», sagte Präsident Thierry Bloch. Der Bauboom habe die Reinacher veranlasst, die Hauseigentümer-Interessengemeinschaft zu gründen. Die Anliegen seien in der Vereinsgeschichte die selben geblieben: Die Verteidigung des Privatbesitzes und das Abwehren von finanziellen Begehrlichkeiten durch den Staat. Immer kleiner geworden ist seither einzig die Geburtenrate, von 239 Geburten im 1966 auf 140 im Jahr 2014.

Lob vom SP-Gemeindepräsidenten

Gemeindepräsident Urs Hintermann würdigte die Bedeutung des HEV Reinach als Partner in der Interessensabwägung, die im politischen Prozess vorgenommen werde. Der HEV verleihe Einfamilienhausbesitzern eine Stimme, poche in Vernehmlassungen auf die Interessen des Privateigentums und betreibe Wahlkampf in politischen Abstimmungen. Der HEV sei ein wichtiger Teil der Demokratie. Und in Zeiten, in denen die Raumverhältnisse enger und die Landpreise teurer werden, werde die politische Einflussnahme des HEV immer wichtiger, hob Markus Meier, Präsident des Hauseigentümerverbandes Baselland, hervor. Er brachte seine Freude über das 50-jährige Engagement der Reinacher Hauseigentümer mit einem Geschenkgutschein zum Ausdruck und ermunterte die Reinacher, sich auch in den nächsten 50 Jahren für die verbliebenen Freiheiten einzusetzen.

Und Fredy Schär zum Ausklang

Die humorvolle Auseinandersetzung mit Politik, Raum und Zeit bildete den krönenden Abschluss der Jubiläums-Generalversammlung. Komiker und Musiker Fredy Schär brachte mit seinen Liedern und Witzen das Publikum herzhaft zum Lachen. Die ordentlichen Geschäfte der Generalversammlung waren unbestritten. Präsident und Vorstand wurden mit Applaus wieder gewählt und als Ersatz für den demissionierenden Beisitzer Heinz Roller wurde einstimmig Andreas Sigl gewählt.

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