Einwohnerrat segnet Spitex-Fusion ab
Reinach soll Teil der ab 2027 geplanten Spitex Birs-Rhein werden, findet der Einwohnerrat einstimmig. Mit der Fusion könnten jährlich 150000 Franken gespart werden.

Seit 2012 arbeiten die Spitex Region Birs und die Spitex Pratteln-Augst-Giebenach in einer Kooperation eng zusammen. Auf den 1. Januar 2027 hin planen die beiden Organisationen einen Zusammenschluss. Die neue Organisation soll Spitex Birs-Rhein GmbH heissen. Mit der Fusion sollen Synergien in den Bereichen Führung, Administration und Spezialdienste geschaffen werden. In weiteren Bereichen könnten die Leistungen zentral geplant, koordiniert und umgesetzt werden, heisst es in der Vorlage des Gemeinderats. Dadurch soll die Effizienz und damit die Wirtschaftlichkeit erhöht werden. Jährlich rund 150000 Franken könnte Reinach mit der Fusion sparen, rechnete Gemeinderat Peter Meier (Die Mitte) auf Nachfrage von Einwohnerrätin Caroline Mall (SVP) vor.
Als künftige Standorte der fusionierten Spitex sind Reinach, Dornach und Pratteln vorgesehen. «Der Zusammenschluss wird die Versorgungssicherheit der ambulanten Versorgung in den angeschlossenen Gemeinden deutlich erhöhen», ist der Gemeinderat überzeugt. Für die Klientinnen und Klienten werde sich nichts ändern. «Sie werden weiterhin durch das bisherige Personal betreut und profitieren von einem besseren Leistungsangebot.» Einen Personalabbau werde es nicht geben, versicherte Gemeinderat Meier. Es brauche in der Pflege eher noch mehr Personal. Die bisherigen Eignergemeinden Augst, Giebenach, Pratteln und Reinach werden Eigner der neuen Organisation. Die Gemeinden Aesch, Dornach, Duggingen, Hochwald, Gempen, Grellingen und Pfeffingen bleiben Leistungsbezüger. Damit die Fusion zustande kommt, müssen ihr alle Eignergemeinden zustimmen. Neben Reinach hat dies auch der Prattler Einwohnerrat am Montagabend getan. Die Giebenacher Gemeindeversammlung stimmte der Fusion gar einstimmig zu. In Augst ist die Vorlage erst an der Gemeindeversammlung im Dezember traktandiert.
«Die Probleme sind noch nicht nachhaltig gelöst»
Mit einem Defizit von rund 3,6 Millionen Franken fiel die Jahresrechnung 2025 der Gemeinde Reinach deutlich positiver aus als gedacht. Budgetiert war ein Defizit von 7 Millionen Franken. Die Verbesserung fiel im Einwohnerrat grundsätzlich auf Wohlwollen. Die eingeleiteten Sparmassnahmen hätten gewirkt, hiess es mehrfach. Es gab aber auch kritische und mahnende Stimmen. «Es zeigt sich, dass das Ergebnis nur teilweise strukturell bedingt ist», sagte Csaba Zvekan (SVP) als Präsident der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK). Die Ergebnisverbesserung sei auch die Folge von Einmaleffekten und verschobenen Investitionen. «Die Probleme sind noch nicht nachhaltig gelöst», meinte SP-Sprecher Mikula Thalmann.
Thierry Bloch (FDP) sprach hinsichtlich des gesunkenen Finanzausgleichs von einer «kurzfristigen Entlastung». SVP-Sprecher Adrian Billerbeck blickte bereits in die Zukunft und warnte vor zusätzlichen Kosten, die von Bund und Kanton an die Gemeinden abgewälzt werden könnten. Das würde die Gemeinde Reinach finanziell wieder zurückwerfen.
Neues Ratspräsidium – mit bestmöglichem Resultat
Vor der Sommerpause wird traditionell das Einwohnerratspräsidium neu bestimmt. Der bisherige Vizepräsident Christoph Stähli (SP) wurde mit 33 von 34 gültigen Stimmen zum neuen Einwohnerratspräsidenten gewählt. Als neuer Vizepräsident assistiert ihm Stephan Utiger (SVP). Er erzielte mit 34 von 34 gültigen Stimmen das bestmögliche Resultat.
Zum Abschluss der Sitzung appellierte die abtretende Einwohnerratspräsidentin Barbara Wyttenbach (Die Mitte) ans Verantwortungsbewusstsein des Einwohnerrats, gerade in dieser finanziell für die Gemeinde schwierigen Phase. Wyttenbach führte das ehren- und verantwortungsvolle Amt souverän und spürbar mit Freude aus.


