Eine Vision für nationales Spitzentennis in Reinach

Der TC Reinacherheide will mit seiner ersten Interclub-Mannschaft der Herren in die National­liga B. Damit sollen regionale Spitzenspieler wieder ein regionales Ziel haben.

Möchten Topspielern aus der Region eine Perspektive bieten: (v. l.) Gregor Nussbaumer (Präsident TC Reinacherheide), Debra Halbeisen (Projektleiterin «Vision 2024») und Nicolas Ernst (Sportlicher Leiter «Vision 2024»). Foto: Tobias Gfeller
Möchten Topspielern aus der Region eine Perspektive bieten: (v. l.) Gregor Nussbaumer (Präsident TC Reinacherheide), Debra Halbeisen (Projektleiterin «Vision 2024») und Nicolas Ernst (Sportlicher Leiter «Vision 2024»). Foto: Tobias Gfeller

Die Region Basel ist eine Tennisregion, und das nicht erst seit Roger Federer und Patty Schnyder. Aktuell versucht der Reinacher Mika Brunold bei den Profis Fuss zu fassen. Das Tennisspielen gelernt hat der mittlerweile 18-Jährige beim TC Reinacherheide. Genau dieser Club will jetzt hoch hinaus: Mit der «Vision 2024» will der TC Reinacherheide ins nationale Spitzentennis, genauer gesagt im Interclub in die Nationalliga B, die zweithöchste Spielklasse in der Schweiz.

Aktuell spielt die erste Mannschaft in der Nationalliga C. In dieser Saison im Mai und im Juni soll der Aufstieg in die NLB klappen. Dann will sich der TC Reinacherheide langfristig in der zweithöchsten Spielklasse etablieren. Dafür ist viel Geld nötig, um die entsprechenden Spieler zu verpflichten. Die Nummer 1 in dieser Saison soll Duje Kekez sein. Der Kroate ist aktuell die Nummer 716 der Welt. Er ist N2-klassiert und ist mit seiner Lizenz die Nummer 15 der Schweiz. Teil des Kaders wird auch der Franzose Sebastian Boltz sein, der vor acht Jahren die Weltnummer 276 war. Gelingt diese Saison der Aufstieg, wäre der TC Reinacherheide in der Region Basel das einzige Team bei den Aktiven – Frauen eingeschlossen –, das 2024 in der NLB spielt.

20000 Franken beträgt das Budget für diese Saison. Gelingt der Aufstieg, werden es im nächsten Jahr 30000 Franken sein, rechnet Clubpräsident Gregor Nussbaumer vor. Getragen wird der immense Betrag von privaten Sponsoren, die das Projekt «Vision 2024» unterstützen. Über 500 Personen und Firmen haben Nussbaumer und Debra Halbeisen als Projektleiterin angeschrieben. «Wir waren zeitlich etwas knapp dran, und natürlich sind aktuell viele unsicher, was die Zukunft bringen wird. Aber wir haben den Betrag zusammen», strahlt Nussbaumer.


Regionalen Spitzenspielern eine Perspektive bieten

Im Club ist das Projekt nicht unumstritten. Nicht alle würden den Sinn hinter der Vision 2024 sehen, obwohl es den TC Reinacherheide direkt kein Geld kosten soll. Die Idee zu nationalem Spitzentennis neben Birs und Campingplatz kam Clubtrainer Nicolas Ernst bereits vor fünf Jahren. Doch der Clubvorstand wollte damals nicht. Durch die Pandemie verzögerte sich das Vorhaben zusätzlich. Jetzt sei man aber bereit. Man wolle Spitzenspielern aus der Region in der Region eine Perspektive bieten, erklärt Nicolas Ernst, der selber Teil des Kaders ist und die Mannschaft als Captain anführt. «Es kann nicht sein, dass es in der Tennisregion Basel kein Team in der Nationalliga B, geschweige denn in der Nationalliga A gibt und ambitionierte Spieler weg aus Basel müssen.» Für die bestehenden Spieler der Nationalliga C, für die es ­spielerisch in der NLB nicht reichen wird, wurde eine neue Mannschaft in der 1. Liga gemeldet.


Ein frischer Wind weht durch den Club

Nicolas Ernst trainierte einst Mika Brunold und dessen Bruder Colin. Mit der Spitzenmannschaft beim TC Reinacherheide will er den eigenen Junioren und auch solchen aus anderen Clubs aus der Region zeigen, wohin es gehen kann. «Das wird die jungen Spieler motivieren», ist Debra Halbeisen überzeugt. Gregor Nussbaumer glaubt, dass eine Nationalliga-B-Mannschaft dem TC Reinacherheide guttun wird, obwohl der Club bezüglich Anzahl Mitglieder gut aufgestellt sei. «Das ist auch eine Investition in die Zukunft.» Es wehe aktuell ein frischer Wind durch den Club. Neuer Elan sei spürbar.

Gregor Nussbaumer ist überzeugt, dass auch in Zukunft die nötigen Budgets zusammengetragen werden können. Doch zuerst muss dieses Jahr der sportliche Aufstieg gelingen. Das Team ist personell hervorragend besetzt. Aber eine Garantie gebe es nie, meint Captain Nicolas Ernst. 

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