Ein Fest für Musikfans – und für ganz Reinach
Mit Ansprachen, Workshops und natürlich viel Musik feierte die Musikschule Reinach am Samstag die langersehnte Eröffnung des Hauses der Musik.
«Was lange währt, wird endlich gut»: Das Sprichwort könnte passender nicht sein. 30 Jahre nach den ersten Gedankenspielen hat Reinach endlich ein Haus der Musik. Sämtliche Bestandteile der Musikschule – Unterrichtszimmer für alle Instrumente, Infrastruktur für Aufnahmen, Regieräume, ein Saal mit Bühne und Bandräume – sind seit dem Betriebsstart Anfang März am neuen Standort im ehemaligen Bürogebäude der Firma Obrist AG an der Römerstrasse vereint. Die bisherigen auf ganz Reinach verteilten Musikschulstandorte konnten aufgehoben und mehrheitlich für die Primarschule neu genutzt werden.
An der offiziellen Eröffnungsfeier am Samstag zeigte die Musikschule ihr ganzes Potenzial und Repertoire. Noch vor den von Gemeinderätin Béatrix von Sury (Die Mitte) überbrachten Grussworten, der Ansprache von Musikschulleiter Franco Tosi und dem symbolischen Durchschneiden eines Bandes machte das Blasorchester den Auftakt eines feierlichen Tages. Wie von der Gemeinde angekündigt, wurde die Eröffnung zu einem Fest für Musikliebhabende und Kreative. Mehrere Ensembles der Musikschule zeigten ihr Können. Dabei wurde die grosse Bandbreite an Instrumenten und Stilen der Musikschule Reinach in beeindruckender Art und Weise unter Beweis gestellt.
Hervorragende Akustik
Kurz vor dem Mittag begeisterten Wordless im Saal mit bekannten Hits wie «Scharlachrot» von Patent Ochsner. Alle Sitzplätze waren belegt. Das Zusammenspiel von Band und Raum ergab ein tolles Klangbild. Die Akustik passt. Dies kann auch Musikschulleiter Franco Tosi in einem ersten Fazit nach knapp drei Monaten Betrieb bestätigen. «Die Akustik, die Raumaufteilung und das Klima in den Räumen haben sich fantastisch bewährt.» Die Lehrpersonen empfänden das Unterrichten als sehr angenehm und die Kinder meldeten, dass es toll klinge. «Natürlich gab es Unsicherheiten. Aber all die Überlegungen, die wir uns gemacht haben, funktionieren hervorragend», schwärmt Tosi.
Wenige Minuten nach den letzten Tönen von «Scharlachrot» im Saal legte die Band Drop the Beat im ersten Stockwerk los. Mit «Everybody Needs Somebody to Love» von den Blues Brothers hatte sie das Publikum schnell im Sack. Auch hier – im verhältnismässig kleinen Raum – zeigt sich die hervorragende Akustik. Vor ihrem Auftritt nahmen die jungen Musiker im Bandraum nebenan den letzten musikalischen Feinschliff vor.
Instrumente zum Selberbasteln
Die Besucherinnen und Besucher erhielten am Fest die Gelegenheit, das Haus der Musik Raum für Raum zu besichtigen. Architektin Andrea Landell und Akustiker Martin Lienhart zeigten in Vorträgen auf, was es braucht, damit ein solches Musikschulzentrum räumlich und musikalisch funktionieren kann. Gerade die für die Akustik zu beachtenden Details liessen so manche Zuhörerinnen und Zuhörer erstaunen. Welche Instrumente in welchem Stockwerk unterrichtet werden, wo Stromkabel verlaufen und warum die Wände keine rechten Winkel haben – alles kein Zufall.
In Workshops lud die Musikschule zum kreativen Mitmachen ein. Beim Basteln von Instrumenten konnten Kinder ihrer Fantasie fast gänzlich freien Lauf lassen. Die Perfektion der Klänge war dabei sekundär.
Das Eröffnungsfest stiess auf grosses Interesse. Bereits vor dem Mittag standen die Besucherinnen und Besucher für die kulinarischen Köstlichkeiten der Schulklassen aus dem Aumattschulhaus Schlange.
Für die für das Ressort Bildung verantwortliche Gemeinderätin Béatrix von Sury war der Tag mit grossen Glücksgefühlen verbunden: «Es ist ein grosser Moment. Nach über 30 Jahren, als es einen ersten Versuch für ein Haus der Musik gab, werden nun dieses Projekt und dieser Wunsch Realität.» Eine grosse Musikschule mit ausgezeichneter Reputation, wie es in Reinach der Fall sei, habe ein solches Haus wirklich verdient. «Es ist ein wahrer Glücksfall, dass uns diese Liegenschaft vorgeschlagen wurde», betonte von Sury. Die Gemeinderätin hofft, dass durch die neue Infrastruktur die Schülerzahlen steigen werden. «Da es auch ein Haus der Begegnung für Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen ist, wird es sicherlich dazu beitragen, dass sich neue Ensembles bilden und neue Talente gefördert werden können.»






