Überdurchschnittliche Mengen: Das Wasserwerk Reinach trotzt der Trockenheit

Im trockenen Sommer wird Wasser zur kritischen Ressource. Das Wasserwerk Reinach hat davon noch genügend. Und ansonsten eine sichere Alternative.

Versickerungsanlage: In Aesch wird das Grundwasser mit Birswasser angereichert. Foto: Nicolas Blust
Versickerungsanlage: In Aesch wird das Grundwasser mit Birswasser angereichert. Foto: Nicolas Blust

Seit Wochen kämpfen Mensch und Natur mit dem heissen und trockenen Wetter. Die Gemeinden und Wasserwerke rufen zum sorgsamen Umgang mit dem Trinkwasser auf, die Wassermenge in den Fliessgewässern nimmt ab. Jüngst rief auch das Wasserwerk Reinach und Umgebung, das die Gemeinden Biel-Benken, Bottmingen, Ettingen, Oberwil, Reinach und Therwil mit Trinkwasser versorgt, zum sorgsamen Umgang damit auf.

Wasser ist aber noch genügend vorhanden. «Wir nehmen das Thema alljährlich auf, da einige Oberbaselbieter Gemeinden zum Wassersparen aufrufen», erklärt Thomas Meier, Werkleiter des Wasserwerks. Bei der Medienmitteilung gehe es darum, aufzuzeigen, wie sich die Versorgung im Birstal zu der im Oberbaselbiet unterscheidet. Während im Oberbaselbiet das Trinkwasser aus Quellen gefördert wird, wird im Birstal Grundwasser künstlich angereichert. «Durch die künstliche Grundwasseranreicherung, wie wir es in der Versickerungsanlage Aesch betreiben, besteht die Möglichkeit, die notwendige Grundwassermenge selbst zu regulieren», so Meier. Bei Quellwassernutzungen habe man dagegen keine Einflussmöglichkeit und ist direkt von der Quellschüttung abhängig.

Mehrere hundert Liter Wasser pro Sekunde versickern

Die Trockenheit macht sich aber dennoch bemerkbar: «Wir haben derzeit überdurchschnittliche Netzeinspeisemengen. Diese liegen rund 40 Prozent über jenen Mengen, die in einem durchschnittlichen Sommer an Trinkwasser abgegeben werden», so Meier. Umso wichtiger ist die künstliche Anreicherung des Grundwassers in der Versickerungsanlage in Aesch. Rund 310 Liter Birswasser versickern dort aktuell pro Sekunde.

Sicherere Reserve dank guter Vernetzung und Rheinwasser

Sollte das eigene Grundwasser nicht mehr ausreichen, sitzen die Gemeinden, die an das Wasserwerk Reinach und Umgebung angeschlossen sind, aber keineswegs auf dem Trockenen. Neben der eigenen Grundwasserförderung für die Trinkwasseraufbereitung aus der Reinacher Heide bezieht das Wasserwerk Reinach und Umgebung dauerhaft auch einen Teil seines Trinkwassers durch Transitleitungen von Basel. «Über diese Vernetzung könnte bei einem Totalausfall der Reinacher Heide auch eine durchschnittliche Tagesmenge bezogen werden», sagt Meier. Im Regelbetrieb fliesst rund ein Viertel des benötigten Trinkwassers durch diese Leitungen – aktuell mit zwei Dritteln sogar deutlich mehr. Die IWB und die Hardwasser AG verfügten über grosse Kapazitäten, da sie das Grundwasser zur Trinkwassergewinnung in den Langen Erlen und im Hardwald mit Rheinwasser anreichern.

Noch reicht aber das Grundwasser aus – trotz trockenen Wochen. Aktuell sei der Verbrauch sogar etwas rückläufig. «Die Trinkwasserabgabemengen sind gegenüber Ende Juni um zirka 15 Prozent zurückgegangen», sagt Meier. Das sei auf den Ferienbeginn zurückzuführen.

«Die Trinkwasser-Abgabemengen sind gegenüber Ende Juni um 15 Prozent zurückgegangen.»

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