Ein Anlass, der viele bewegt

Hunderte Reinacherinnen und Reinacher folgten der Einladung der ­Bürgergemeinde und liefen bei Prachtwetter die Gemeindegrenzen ab.

Wandern der Tradition wegen: 18,5 Kilometer hatten jene, die sich der Ganztagesrotte anschlossen, zu bewältigen. Fotos: Caspar Reimer

Wandern der Tradition wegen: 18,5 Kilometer hatten jene, die sich der Ganztagesrotte anschlossen, zu bewältigen. Fotos: Caspar Reimer

Festwirtschaft: Der Banntag zog gegen 600 Menschen an.

Festwirtschaft: Der Banntag zog gegen 600 Menschen an.

Vögel zwitscherten fröhlich in den Baumkronen, eine Katze streunte am Rande des Quartiers herum und die Morgensonne warf ihr Licht wie eine warme Decke über das Birstal, als sich wanderfreudige Reinacherinnen und Reinacher kurz nach neun Uhr zum Banntag im Tierpark versammelten, um nach zwei Jahren Pause endlich wieder die Gemeindegrenze abzuwandern. 18,5 Kilometer hatten jene, die sich der Ganztagesrotte anschlossen, zu bewältigen: «Ich wandere seit Jahren immer mit. Es ist zwar etwas weit, aber es werden immer wieder Pausen eingelegt», sagte eine ältere Dame, die in modernster Wandermontur im Tierpark erschienen war. Morgenmuffel schienen die Ganztagesrotte gemieden zu haben, denn bereits zu dieser Morgenstunde herrschte geselliges Treiben und redsamer Austausch. Auch bekannte Gesichter waren anzutreffen: Etwa die Reinacher Landrätin und ehemalige Gemeinderätin Bianca Maag-Streit (SP) und ihr Lebensgefährte Markus Maag, der bis vor kurzem im Reinacher Parlament für die SP politisierte. Das Ehepaar gehört seit Jahren zu den treuen Teilnehmern des Reinacher Banntages.

Angeführt wurde die Ganztagesrotte von Bürgerrätin Daniela Grieder, die offensichtlich Freude an der Aufgabe hatte, die bunte Wanderschar anzuführen und – vor allem – die Fahne der Bürgergemeinde in der Morgensonne zu schwingen. Nach ein paar Sicherheitshinweisen machte sich die Wandergruppe pünktlich um 9.15 Uhr auf den Weg.

Mit dem Banntag aufgewachsen

Jene, die nicht früh aufstehen mochten, schlossen sich einer der beiden Halbtagesrotten an, die um 13 Uhr beim Haus der Bürgergemeinde starteten. Die Halbtagesrotten setzten sich zwar gemeinsam in Bewegung, trennten sich aber vor der Therwiler Grenze in eine Süd- und eine Nordroute. Für Bürgerratspräsident Andreas Jeppesen war es das erste Mal, dass er die Gemeinde zum traditionellen Banntag begrüssen durfte. «Es ist schön, zu sehen, dass so viele Menschen gekommen sind, um diese alte Tradition pflegen», sagte er gegenüber dem Wochenblatt. Rund 400 Menschen wanderten an diesem Tag insgesamt der Fahne nach. Zum Fest auf der Banntagswiese, das traditionell den Abschluss des Anlasses bildet, waren bis zu 600 Menschen erschienen. «Ich schätze den Banntag, weil es wenige Anlässe gibt, an denen so viele unterschiedliche Menschen mitmachen.» Der Banntag sei eine Plattform, auf der sich Bürgerinnen und Bürger, Einwohnerinnen und Einwohner, aber auch Menschen ausserhalb Reinachs ungezwungen und in freier Natur austauschen können.

Ursprünglicher Zweck des Banntages war die Kontrolle der Grenzsteine. Mittlerweile hat sich dies natürlich geändert: «Für mich war der Banntag schon immer ein fester Bestandteil im Jahresprogramm: als Kind beim Laufen, als Jugendlicher beim Abwaschen und Abräumen als Unterstützung der Zunft und nun als Bürgerrat in der Funktion eines Rottenführers.» Musikalisch begleitet wurde das Fest auf der Banntagswiese wie immer von der Musikgesellschaft Konkordia Reinach.

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