Dieser Veloklub lässt niemanden im Regen stehen

Mit «Gruppetto Basilea» ist in Reinach ein neuer Veloklub entstanden, dessen Ziel nicht die Leistung, sondern der gemeinsame Plausch ist.

Reisst gerne neues an: Gruppetto-Präsident Alain Erba. Foto: ZVG
Reisst gerne neues an: Gruppetto-Präsident Alain Erba. Foto: ZVG

Der junge Reinacher Velofan Alain Erba ist Eventmanager und als solcher einer, der «gerne etwas anreisst». Und da es während der Zeit des Lockdowns für ihn nicht sonderlich viel zu tun gab, hat er zusammen mit Kollegen eine Idee verwirklicht, die ihm schon länger unter den Nägeln brennt, denn im Zweirad-Himmel hat er nämlich eine Marktlücke entdeckt: «In den meisten Veloklubs sind die Ausbildung, das Training und der Leistungsgedanke sehr zentral, entsprechend geht man Verpflichtungen ein, wenn man einem solchen Verein beitritt.» Genau dies wollten Erba und seine Kollegen nicht und waren deshalb auch nie einem Verein beigetreten. «Wir fahren alle leidenschaftlich gerne Velo, da wir aber alle beruflich engagiert sind, ist es uns nicht möglich, die Verbindlichkeiten, die ein Verein oft mit sich bringt, wahrzunehmen.» Und Fahrradfahren, ob mit einem Rennvelo oder einem Mountainbike, soll in erster Linie Spass machen. Mit «Gruppetto Basilea» haben Erba und seine Kollegen nun einen Klub gegründet, der dieses Bedürfnis abdeckt: «Bei unseren Rundfahrten bleibt auch der Hinterste nicht allein und niemand muss das Gefühl haben, mit seiner Leistung nicht zu genügen», so Erba. Daher auch der Name des Veloklubs: Als Gruppetto, was italienisch für Grüppchen steht, bezeichnet man im Radsport eine Gruppe von Fahrern, die sich bei Bergetappen am Ende des Fahrerfeldes bildet: Im Gegensatz zur Spitzengruppe gibt es im Gruppetto eine aussergewöhnliche Solidarität, da das gemeinsame Ankommen im Vordergrund steht. «Natürlich ist es auch auf unseren Touren erlaubt, für eine Etappe einmal richtig Tempo zu geben. Dabei spricht man sich aber ab und vereinbart den Treffpunkt, wo alle wieder zusammenkommen.» Nicht nur in der Philosophie und vom Namen her möchte sich der neue Veloklub von den anderen unterscheiden: «Wir haben Trikots, die auffallen», so Erba. Er betont aber auch: «Wir wollen eine Ergänzung zum bestehenden Angebot sein, keine Konkurrenz.»

Wer Zeit und Lust hat

Je eine kürzere und eine längere Tour stehen einmal monatlich auf dem Programm und diese teilen sich wiederum in eine Rennrad- und eine Mountainbike-Gruppe. Bei den längeren Ausfahrten treffen sich alle am Schluss auf ein gemeinsames Bier. «Im Gegensatz zu den meisten Veloklubs in der Region finden unsere Ausfahrten am Wochenende statt. Und es besteht keine Verpflichtung, an den Touren teilzunehmen. Man kann sich ohne Begründung abmelden», erzählt Erba. Niemand werde an der Generalversammlung an den Pranger gestellt, weil er nur an einer Ausfahrt dabei gewesen war. Erba und seine Kollegen organisieren die Touren mit Bedacht: «Wenn wir sehen, wer sich zu einer Tour angemeldet hat, können wir die Strecke entsprechend planen.» Ausgangspunkt der Touren ist jeweils Reinach. In einem Gruppenchat können sich die Mitglieder untereinander absprechen, es sei etwa auch möglich, spontane Toren zu organisieren.

Mit 18 Jahren und 50 Franken

In der Zeit während der Pandemie hätten viele das Velofahren für sich neu entdeckt 24 Mitglieder hat der im Februar gegründete Verein bereits: «Damit sind wir sehr zufrieden. Wir denken, dass es jetzt im Frühling noch mehr anziehen wird.» Willkommen sind grundsätzlich alle Männer und Frauen ab 18 Jahren, die bereit sind, den bescheidenen Mitgliederbeitrag von 50 Franken jährlich zu zahlen. «Im Moment sind die Männer in unserem Klub noch in der Mehrzahl. Sollten aber mehr Frauen hinzukommen, wäre es auch denkbar, eine Frauengruppe zu gründen.» www.gruppetto-basilea.ch

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