Die Musikschule soll ein richtiges Zuhause bekommen

Der Einwohnerrat stimmt dem Investitionskredit über 8,9 Millionen Franken für den Kauf des Obrist-Hauses für einen zentralen Standort der Musikschule zu. Der Kredit kommt nun vors Volk.

Umbau: Das «Haus der Musik» soll an der Römerstrasse 50 entstehen.  Foto: Fabia Maieroni
Umbau: Das «Haus der Musik» soll an der Römerstrasse 50 entstehen. Foto: Fabia Maieroni

«Unsere Musikschülerinnen und Musikschüler und die Lehrpersonen haben es verdient, endlich ein richtiges Zuhause zu bekommen.» Die für das Ressort Bildung zuständige Gemeinderätin Béatrix von Sury (Die Mitte) wählte an der Einwohnerratssitzung am Montagabend grosse Worte, um die Bedeutung des Kaufs des Obrist-Hauses an der Römerstrasse 50 im Dorfzentrum zu unterstreichen. Noch vor einem Jahr schlug der Gemeinderat vor, das mittlerweile leer stehende Gebäude der ehemaligen Obrist AG zu mieten. Der Einwohnerrat wies die entsprechende Vorlage mit der Bitte zurück, auch die Option Kauf zu prüfen. Mittlerweile sieht auch der Gemeinderat nur Vorteile im Kauf der Liegenschaft. Die finanzielle Situation würde dies ermöglichen, bekräftigte Lucio Sansano (FDP) als Präsident der Planungskommission. 8,9 Millionen Franken als Investitionskredit für den Kauf und den Umbau der Liegenschaft sind für die Gemeinde Reinach nach Jahren der finanziellen Probleme mit umfassenden Sparmassnahmen ein grosser Brocken. Reinach bekommt dafür aber nicht nur eine Musikschule mit einem vielfältig nutzbaren Saal, sondern auch freie Räumlichkeiten an mehreren Schulstandorten, in denen heute die Musikschule untergebracht ist. Aus einer Verzettelung über das ganze Gemeindegebiet hinweg soll mit dem Obrist-Haus ein «Haus der Musik» werden.

Lucio Sansano sprach von einem Richtungsentscheid in der Schulraumplanung für Reinach. Das letzte Wort hat aufgrund der Höhe der Investitionssumme die Stimmbevölkerung an der Urne.

Mit dem «Haus der Musik» würde 19 Jahre nach einer an der Urne angenommenen Volksinitiative endlich der Wille der damaligen Stimmbevölkerung umgesetzt.

Tempo 30 im Kägen?

Gegen den Widerstand von FDP und SVP beschloss der Einwohnerrat am Montag zudem die Einführung von Tempo 30 im Gewerbequartier Kägen. Zusätzlich werden die Therwilerstrasse und die Fluhstrasse zu Tempo-30-Zonen. Das letzte Wort ist aber auch hier noch nicht gesprochen. Weil die SVP-Fraktion erfolgreich ein Behördenreferendum bean­tragte – dafür ist ein Drittel der Stimmen notwendig –, kommt die Tempo-30-Zone im Kägen vors Volk. Tempo 30 in der Therwilerstrasse und der Fluhstrasse waren im Rat grösstenteils unbestritten.

Mit Tempo 30 wollen der Gemeinderat, die zuständige Sachkommission und die Mehrheit des Einwohnerrats eine Lärmreduktion zugunsten der Anwohnenden im Kägen erreichen. Dort werde nämlich nicht nur gearbeitet, sondern auch gewohnt, erinnerte Gemeinderat Markus Huber (SP). Für Thierry Bloch (FDP) ist das Kägen kein Siedlungsgebiet, deshalb sei Tempo 30 dort unnötig. Die Lärm­reduktion würde auch gering ausfallen, weil schon heute im Durchschnitt nicht 50 Stundenkilometer gefahren werde. Bloch warnte auch davor, dass der öffentliche Verkehr im Kägen gedrosselt werde. Für Markus Huber ist der Unterschied zwischen Tempo 50 und 30 in Sachen Lärmbelastung «nicht unwesentlich». Die Temporeduktion sei für alle ein Gewinn.

Zum Ende der Sitzung verlas Ratspräsident Aram Naderi (Grüne) das Rücktrittsschreiben von Christoph Layer. Er war fast 16 Jahre lang Mitglied des Einwohnerrats, zuerst bei der SP, mittlerweile bei den Grünliberalen. Es war dies am Montagabend die 500. Sitzung des Reinacher Gemeindeparlaments.

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