Der Sieger von morgen ist Reinacher

Raphael Feigenwinter ist begeisterter Autorennsport-Fan. Nun hat er die Chance erhalten, an der Schweizer Bergmeisterschaft teilzunehmen.

Mit Leidenschaft Autorennsportler: Raphael Feigenwinter. Foto: ZVG
Mit Leidenschaft Autorennsportler: Raphael Feigenwinter. Foto: ZVG

Der 22-jährige Reinacher Raphael Feigenwinter ist von Kindesbeinen an begeisterter Autorennsport-Fan. «Mit vier Jahren fuhr ich das erste Mal Go-Kart. Seither ist es mein Ziel und mein Traum, Rennfahrer zu werden», so Feigenwinter. Nun kommt er seinem Traum einen grossen Schritt näher: Im Juli wird er als einer von acht Schweizer Nachwuchsrennfahrern an der Schweizer Bergmeisterschaft in der neuen Kategorie «Junioren» teilnehmen. «Es ist die perfekte Chance, mich bei einem grösseren Publikum bekannt zu machen», sagt Feigenwinter. Der 22-Jährige hat Glück: Er kann auf den Support seines Vaters, Andreas Feigenwinter, zählen. Denn dieser ist selber Autorennfahrer und hat an internationalen Rundstreckenrennen siegreich teilgenommen. Durch die Leidenschaft seines Vaters ist Raphael Feigenwinter denn auch zum aktuellen Ruhm gekommen: «Mein Vater hat das Magazin Autosport Schweiz gelesen und ist dabei auf das Inserat der Swiss Race Academy gestossen. So hat alles angefangen», erzählt er. Die Swiss Race Academy bietet Nachwuchs-Piloten neu die Möglichkeit, in der Schweiz vor heimischem Publikum zu fahren. Bisher waren Schweizer Nachwuchs-Rennfahrer oft gezwungen, ihre Karriere im Ausland zu starten, was lange Anfahrtswege und hohe Kosten mit sich brachte und dem schweizerischen Autorennsport den Nachwuchs entzog. Von ingesamt 29 Bewerbern wurden im Januar 21 zu einer ersten Sichtung nach Seelisberg eingeladen. Dort wurden die jungen Sportler auf Herz und Nieren und auf ihre Fahrkünste geprüft. Feigenwinter und sieben weitere Autorennfahrer schafften es in die Endauswahl.


2800 Fans

Die Nachwuchsrennfahrer werden nun auf ihre Karriere vorbereitet und geformt: Sie lernen die Grundlagen des Fahrzeughandlings und das technische Verständnis kennen, üben sich in öffentlichem Auftreten und der Souveränität in Interviews mit Medien und lernen alles, was man über das Auftreiben von Sponsoren zu wissen braucht. Die Swiss Race Academy will damit die Sieger von morgen formen. Weiter werden den Fahrern ein Rennwagen – ein Toyota GT86 – samt Rennsport-Overall, Team Bekleidung, Coaching, aber auch Dinge wie Autogrammkarten zur Verfügung gestellt. Das Selbstmarketing sei extrem wichtig: «Ich verbringe jeden Abend mehrere Stunden damit, meine Facebook-Fanpage, Instagram und meine Website zu pflegen. Bei Instagram habe ich schon 2800 Fans», sagt der 22-Jährige stolz. Während der Vater ebenfalls Feuer und Flamme ist, sind die anderen Familienmitglieder etwas zurückhaltender: «Meine Mutter und die Grossmutter sind schon stolz, aber sie haben auch etwas Angst, dass etwas passieren könnte», so Feigenwinter.


Karriere weiterentwickeln

Als Sohn eines Geschäftsinhabers weiss Feigenwinter sehr genau, was es heisst, anzupacken und zu arbeiten: «Ich habe eine Lehre als Sanitär und Heizungsinstallateur gemacht. In beiden Lehren habe ich als Nordwestschweiz-Bester abgeschlossen. Aktuell mache ich Zivildienst», erzählt Feigenwinter. Nach dem Bergrennen im Sommer will Raphael Feigenwinter in Betrieb seines Vaters arbeiten und parallel seine Rennfahrerkarriere weiterverfolgen: «Die Swiss Race Academy ist ein Sprungbrett. Ab Herbst werde ich auf mich gestellt sein.»

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