Der Bilderzyklus «St. Nicolas» kehrt für eine Weile in seine Kirche zurück

In neun nach der Kantate «Saint Nicolas» von Benjamin Britten gestalteten Bildern lebt morgen Abend die bewegte Biografie des Schutzpatrons in der Dorfkirche auf.

Sigrist und Ausstellungsmacher: Roger Sartoretti vor dem Bilderzyklus «St. Nicolas»
Sigrist und Ausstellungsmacher: Roger Sartoretti vor dem Bilderzyklus «St. Nicolas»

Heiner Leuthardt

Bis vor der umfassenden Renovation der Dorfkirche St. Nikolaus hingen neun Bildteppiche im Chorraum, von denen wohl nicht wenige mehr wissen, was sie darstellen. Einer, der den Bildinhalt und die Vorgeschichte der Wandteppiche kennt, ist der Sigrist der katholischen Kirche, Roger Sartoretti. «Die neun Wandbilder, die von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Münchenstein gestaltet worden sind, zeigen Szenen aus dem Leben des heiligen Nikolaus. Dabei beziehen sie sich direkt auf die neunteilige Kantate ‹Saint Nicolas› von Benjamin Britten.»

Diese wurde 1984 in der Dorfkirche durch das Orchester der Jugendmusikschule Leimental und die Knaben-Kantorei Basel aufgeführt. Damals wurden die Wandteppiche, entsprechend dem jeweiligen Kantatenteil, erstmals gezeigt. Diese Idee greift Roger Sartoretti auf, der nach dem Einlagern der Wandteppiche vor zwei Jahren die Bilder wieder in die Kirche zurückholt und vom 25. Oktober bis zum 8. Dezember in der Dorfkirche für alle Interessierten temporär zugänglich macht.

Inszenierte Rückführung der Teppiche
Für die Vernissage der Ausstellung von morgen Freitagabend, 18 Uhr, wird die Kantate von Benjamin Britten wieder zu hören sein, nicht aber von Chor und Orchester interpretiert, sondern von Sebastian Bausch an der Orgel. Zu jedem Kantatenteil wird der dazugehörende Wandteppich von Jungwächtern in den Chorraum getragen.

Josiane Nüscheler erläutert den Inhalt des jeweiligen Wandteppichs und zitiert aus einigen der unzähligen Legenden aus dem Leben des heiligen Nikolaus. Am Schluss bewegen die Jungwächter zur Musik in einer von Roger Sartoretti entworfenen Choreografie die Wandteppiche durch die Kirche, bis sie im Chorraum «zu einem riesengrossen Fresko» von zwölf auf vier Meter zusammengefügt werden. Deshalb überschreibt der Initiant die Vernissage mit «Musik, Texte und Bewegung».

Nach der Ausstellung zurück ins Lager
Die sorgfältig gestalteten Wandteppiche zeichnen sich durch eine hohe künstlerische Qualität aus. In einfachen Formen und sorgfältig gewählten Farbkompositionen schildern sie Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons der Dorfkirche. «Diese Teppiche sind Kunstwerke», versichert Roger Sartoretti. «Ihre Schönheit verdient es, dass sie wieder entdeckt und dank meinen Partnern, verbunden mit einem ansteckenden Glücksgefühl, gezeigt werden können.» Deshalb habe er das Projekt gestartet, bei dem Josiane Nüscheler, Sebastian Bausch sowie die Jungwächter begeistert mithelfen.

Die Vernissage richtet sich an alle und verspricht zu einem eindrücklichen Erlebnis zu werden. Der Eintritt ist frei. Es findet eine Kollekte zur Deckung der Unkosten und zugunsten des Projektes «Dollo Ado» der Frauenliturgiegruppe St. Nikolaus statt. Die Kirche ist kommenden Samstagabend, während der Galerien-Nacht, ebenfalls geöffnet. Ausserdem sind die Wandteppiche bis zum 8. Dezember während der normalen Öffnungszeiten der Kirche zugänglich.

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