Das WBZ öffnet seine Tore

Am Samstag, 25. Juni, findet im Wohn- und Bürozentrum für Körperbehinderte (WBZ) der Tag der offenen Tür statt. Damit soll die Bevölkerung für das Thema Behinderung sensibilisiert werden.

Gefördert und gefordert: Im WBZ kann sich Mirjam Lichtensteiger beruflich voll entfalten. Foto: Caspar Reimer
Gefördert und gefordert: Im WBZ kann sich Mirjam Lichtensteiger beruflich voll entfalten. Foto: Caspar Reimer

Das WBZ steckt mitten in den Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür, der am Samstag kommender Woche stattfindet und die Bevölkerung dazu einlädt, unter dem Motto «Behinderung erleben!» die in der ganzen Schweiz und über die Landesgrenzen hinaus bekannte Institution kennen zu lernen. «Der Anlass soll zur Durchmischung von Behinderten und Nichtbehinderten beitragen. Wir möchten die Menschen für dieses Thema sensibilisieren», sagt Mirjam Lichtensteiger. Die freundlich lächelnde Frau arbeitet seit anno 2006 im Wohn- und Bürozentrum für Körperbehinderte und gehört dem Team an, das sich um die Vorbereitungen für den Anlass kümmert. Seit ihrer Geburt lebt sie mit einer körperlichen Behinderung, der Spina bifida, einer Rückenmarksschädigung, die je nach Schweregrad kaum bis sehr stark beeinträchtigt. Da sie im WBZ eine mehrheitlich sitzende Tätigkeit ausüben kann, fühlt sie sich im Alltag nicht stark eingeschränkt.

Aus Zürich nach Reinach

Bevor sie ins WBZ kam, absolvierte die jetzt 37-Jährige eine Bürolehre in ihrer Heimat in der Region Zürich: «Nach dem Abschluss sagte man mir, es gäbe in Basel eine gute Institution. So bin ich ins WBZ gekommen», erzählt sie. «Ich habe auf verschiedenen Abteilungen gearbeitet – jetzt schon längere Zeit in der Kommunikation und im Fundraising.» Sie gehört zu jenem Teil der insgesamt 120 Mitarbeitenden mit Behinderung, die zwar im WBZ arbeiten, nicht aber wohnen. «Wenn ich morgens aufstehe und ins WBZ gehe, weiss ich nie, was mich erwartet. Es ist eine spannende Arbeit, und ich konnte in dieser Zeit viel dazulernen», erzählt sie. In der «freien Wirtschaft» habe sie auch kurzzeitig gearbeitet, im WBZ zu sein, sei aber etwas komplett anderes. «Alle, die hier arbeiten oder wohnen, haben ein körperliches Handicap. Das verbindet natürlich.» Man achte darauf, welche Möglichkeiten für eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter gegeben sind, wird aber in diesem Rahmen gefördert und gefordert: «Ich brauche es, mich weiterzuentwickeln», sagt Lichtensteiger.

Darüber, wie sie als Betroffene die Situation für Menschen mit einer Behinderung in der Schweiz beurteilt, möchte sie nicht sprechen. Neulich hatte ein Bericht des UNO-Behindertenausschusses zu reden gegeben: Demnach seien Mitbestimmung, Wahlfreiheit und Teilhabe für Menschen mit Behinderungen in der Schweiz nicht gesichert. Das WBZ ist aber nicht die Schweiz, und insbesondere seit der Inbetriebnahme des Neubaus sei die Arbeits-, Wohn- und Lebensqualität im WBZ stark gestiegen. Dessen Eröffnung fiel allerdings der Pandemie zum Opfer – mit dem Tag der offenen Tür soll dies gewissermassen nachgeholt werden.

Da der Bau auf der dem Hauptgebäude gegenüberliegenden Strassenseite nicht mehr den heutigen Erfordernissen entsprach, wurde er durch ein modernes Gebäude ersetzt, das direkt mit dem Hauptgebäude verbunden ist. «Insbesondere für diejenigen, die hier wohnen, hat der Neubau viele Verbesserungen gebracht. Lebten die Menschen vorher in eher kleinen und veralteten Zimmern, sind sie jetzt in deutlich grösseren und moderneren Zimmern zu Hause», erzählt sie.

Darbietungen und Führungen

Neben Ausstellungen, dem Brocki, kulinarischer Verpflegung, musikalischen und literarischen Darbietungen haben Besucherinnen und Besucher am Tag der offenen Tür die Möglichkeit, auf Führungen sämtliche Abteilungen im WBZ kennen zu lernen. Besonders empfehlen möchte Mirjam Lichtensteiger den Garten: «Er ist wunderschön.»

Tag der offenen Tür am Samstag, 25. Juni, 10 bis 18 Uhr. Weitere Informationen: www.wbz.ch

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