Das Wandern ist des Musikers Lust

Der Sänger Flavian Graber veranstaltet ­Wanderungen, die er mit seinen Liedern begleitet. Am Sonntag war er in Reinach.

Singen im Feld: Die Kinder machten bei Flavian Grabers Wanderkonzert munter mit.Foto: Caspar Reimer
Singen im Feld: Die Kinder machten bei Flavian Grabers Wanderkonzert munter mit.Foto: Caspar Reimer

Innehalten und Pause machen, umgeben von Naturschönheit, begleitet von wohlklingenden Liedern – diesem Versprechen folgend, ist eine bunte Schar aus Kindern, Eltern, Frauen und Männern am Sonntagvormittag in den Reinacher Leywald gepilgert. Anlass war ein Wanderkonzert mit dem Basler Sänger und Songwriter Flavian Graber, der seit bald drei Jahren Wanderkonzerte – eine Kombination aus Konzert und Spaziergang – veranstaltet.

Der 38-jährige über die Region hinaus bekannte Sänger widmet seine Wanderungen jeweils einem bestimmten Thema, etwa dem Sonnenaufgang oder dem Feierabend, und manchmal gibt es dazu sogar eine Weindegustation. Zum ersten Mal hat Graber nun ein Wanderkonzert für Familien organisiert: «Immer wieder wurde ich gefragt, ob es nicht möglich sei, ein solches Konzert auch für Kinder zu organisieren. Also dachte ich mir, dass jetzt die Zeit sei, es auszuprobieren.» Dabei legte er Wert darauf, nicht einfach ein Kinderkonzert zu geben: Das Programm sollte auch Erwachsene ansprechen.

Natürlich erforderte es am Sonntag die Situation, den munteren Kindern besondere Aufmerksamkeit zu schenken: «Was ist Natur?», fragte der mit einer Gitarre ausgerüstete Sänger die Kinder, bevor sich die Gruppe vom Start des ­Reinacher Skulpturenweges auf in den Wald machte.

Die Geräusche der Natur

Immer wieder hielt Graber an und sang ein Lied oder bat die Gäste, den Geräuschen im Wald zu lauschen. Ein Wegstück hatten die Besucherinnen und Besucher mit verbundenen Augen zu gehen, wobei dem Singen der Vögel, dem Zirpen der Grillen oder dem Rascheln des Laubes besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Seine Lieder priesen die Schönheit der Natur, ohne ins Esoterische zu kippen, und ­einigen Zeilen war auch eine politische Botschaft zu entnehmen, wenn er auf die Ausbeutung der Natur durch den Menschen anspielte. Am Schluss der Wanderung waren alle eingeladen, ihr mitgebrachtes Picknick an der Grill­stelle zu geniessen.

Lieder zum Anlass

«Die Idee für solche Wanderkonzerte ist während der Pandemie entstanden», erzählt Graber gegenüber dem Wochenblatt. Weil die Konzertsäle geschlossen waren, verlegte er seine Musik kurzerhand in den Wald und machte sie zu Spaziergängen. «Ich habe einen Pool von Liedern, aus dem ich die für den Anlass passenden aussuche.»

Seine Wanderkonzerte bietet Graber in weiten Teilen der Schweiz an, in der Region gastiert er im Juni in Aesch und Basel, demnächst auch in Arlesheim und Dornach. Flavian Grabers musikalische Wurzeln liegen in Liestal, wo er Frontmann der Band Magalomania war. Ab 2010 hatte er zusammen mit dem Musikerkollektiv «We Invented Paris» in ganz Europa Auftritte absolviert. Heute gibt er seine eigenen Songs heraus.

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