Bezahlbare Mietwohnungen für Reinacher Bürger

Die Blumenwiese am Dornacherweg soll einer Überbauung weichen. Bis zum jetzigen Quartierplanverfahren dauerte es acht Jahre. Die Mitwirkungsfrist verstreicht am 22. März.

Visualisierung: So soll es am Dornacherweg in Zukunft aussehen.  Foto: ZVG/sabarchitekten
Visualisierung: So soll es am Dornacherweg in Zukunft aussehen. Foto: ZVG/sabarchitekten

Bea Asper

Für die Bürger von Reinach bezahlbare Mietwohnungen realisieren», lautete die Erklärung von Bürgergemeindepräsident Peter Meier an der Infoveranstaltung vom letzten Mittwoch zur Quartierplanung «Dornacherweg». Auf seine Frage nach möglichen Mietinteressenten meldeten sich nur wenige der vielen Anwesenden. Dennoch warb er dafür, sich bei der Bürgergemeinde um Aufnahme zu bewerben. Die Mehrheit der zur Infoveranstaltung erschienenen Gäste zählte zu den Anwohnern und möglichen Kritikern der geplanten Überbauung von 75 Wohnungen – auf der jetzigen Wiese zwischen der Baslerstrasse und dem Dornacherweg. Architekt Andreas Reuter von sabarchitekten, Basel, beschrieb das Projekt als städtebaulich hochstehend, modern und doch naturnah. Mit einer durchdachten Gestaltung von Hofgarten und Kinderspielplatz soll es gelingen, das Objekt einzugliedern in die Umgebung, die derzeit geprägt ist von Hochhäusern auf der einen Seite, auf der andern Seite von Grünfläche und einem kleinen Waldstück. Zur Baslerstrasse hin wird es aber auch Lärmschutzmassnahmen brauchen.

Ein Teil wird vermietet, ein Teil verkauft

Berechtigte haben im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens die Möglichkeit, bis zum 22. März Einwendungen oder Anregungen schriftlich einzureichen – und zwar beim Gemeinderat von Reinach. Dieser entscheidet zuhanden des Einwohnerrates. Käme die weitere Planung und Projektierung zügig voran, rechnen die Grundeigentümer mit einem Baubeginn frühestens in zwei Jahren. Die Bürgergemeinde sei nur Mieteigentümerin und Partnerin im Überbauungsprojekt, stellte Meier klar. Die Initiative stammt aus der Feder der kantonalen Baudirektion als Hauptgrundeigentümerin. «Bis zur jetzigen Auflage des Quartierplans vergingen acht Jahre», sagte Meier. «Ich weiss jetzt, was Geduld ist.»

Während die Bürgergemeinde ihre 29 Wohnungseinheiten in ihrem Besitz wissen möchte, will der Kanton im Verlaufe des Bewilligungsverfahrens die übrigen 46 Mietwohnungen einem Investor verkaufen, erklärte die Projektverantwortliche Judith Kessler vom kantonalen Hochbauamt, wobei Interessenten bereits vorhanden seien.

Sie und Meier gaben auf kritische Fragen aus dem Publikum zu verstehen, dass die Verkehrsdiskussion sehr intensiv geführt worden sei. Der Vorschlag der Planer, dass die Ausfahrt aus der Tiefgarage im Nord- als auch im Südbereich der Überbauung über den Dornacherweg erfolge, gefährde den Verkehrsfluss im Quartier nicht. Die Platzverhältnisse seien ausreichend. Von der Baslerstrasse her seien einige wenige Kurzzeitparkplätze vorgesehen, da nebst einer Wohnnutzung auch stilles Gewerbe zugelassen sein soll.

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