Bald spielt hier die Musik
Nach den Fasnachtsferien beginnt im neuen Haus der Musik der Unterricht. Das einstige Bürogebäude der Firma Obrist an der Römerstrasse 50 ist bezugs-bereit.
Nach Jahren der Verteilung auf mehrere Standorte in ganz Reinach erhält die Musikschule das lang ersehnte Haus der Musik, in dem sämtliche Bereiche der Musikschule zusammengeführt werden. Am Montag nach den Fasnachtsferien finden darin die ersten Unterrichtseinheiten statt. Vier Wochen vor der offiziellen Inbetriebnahme sind die Arbeiten am und im Bürogebäude der Obrist AG, das 2013 geschlossen wurde, bis auf wenige Details fertiggestellt. Beim Umbau konnten Zeitplan und Kostenrahmen eingehalten werde, verkündeten die für das Ressort Bildung verantwortliche Gemeinderätin, Béatrix von Sury (Die Mitte), und Stefan Haller, Geschäftsleiter Technische Verwaltung der Gemeinde Reinach, auf einem Rundgang am vergangenen Montag.
Ideale Voraussetzungen für Umnutzung
8,9 Millionen Franken genehmigte die Reinacher Stimmbevölkerung für den Kauf der Parzelle und des Gebäudes sowie die bauliche Transformation. Innerhalb von nur 16 Monaten wurde aus einem klassischen Bürogebäude ein Musikschulzentrum. Die baulichen Voraussetzungen – unter anderem in Sachen Zustand und Raumaufteilung – seien für das Gebäude ideal gewesen, betonte Christina Muchsel, Partnerin beim verantwortlichen Architekturbüro Burckhardt.
Das Ziel einer nachhaltigen Bauweise und der Wiederverwendung bestehender Elemente wurde konsequent verfolgt. Dafür habe es den beständigen Willen der Gemeinde, der Musikschule und der Projektplaner gebraucht, um auch mal den Mut aufzubringen, etwas wiederzuverwenden, das auf den ersten Blick wenig attraktiv gewirkt habe, erklärte Muchsel. Aus Kostengründen sei dies nicht immer möglich gewesen, ergänzte Stefan Haller und nannte die Lampen als Beispiel. Übernommen wurden unter anderem die Fassade, die von Hand gereinigt wurde, die Fenster und die Tragstruktur.
Bei neu verbauten Wänden wurden nachhaltige Materialien wie Lehm, Holz und Flachs verwendet. Für eine verbesserte Schallisolation wurden zusätzliche Fenster innerhalb der bestehenden Fenster eingebaut.
Die Hauptherausforderung lag neben den ambitionierten Zielen in Sachen Nachhaltigkeit in der Schallisolation gegen aussen und zwischen den Räumen. Die Räumlichkeiten müssen hinsichtlich der Nutzung – Stichwort laute und leisere Instrumente – unterschiedlichen Ansprüchen genügen. Selbst Steckdosen und Stromkabel wurden teilweise mehrfach schallisoliert. Als überraschend wirksam entpuppte sich dabei Lehm als Baumaterial. Gemäss Bauleiter Christoph Hauser hätten die Dezibelmessungen unerwartet gute Werte ergeben.
Mit 38 Lehrpersonen, rund 730 Schülerinnen und Schülern und 1000 Kursbelegungen gehört die Musikschule Reinach zu den grössten Musikschulen im Baselbiet. Gemeinderätin Béatrix von Sury ist überzeugt, dass das Haus der Musik die Musikschule nach vorne bringen wird. «Für die Gemeinde ist es eine absolut fantastische Investition», frohlockte von Sury. Auf die Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler warten im Erdgeschoss ein Saal für Veranstaltungen, drei Bandräume im Untergeschoss, von denen zwei fix vermietet werden, Unterrichtsräume in unterschiedlichen Grössen, Regieräume, ein Lehrpersonenzimmer, Wartebereiche mit Büchern und Ruheinseln und sogenannte «Silent Rooms», in denen Schülerinnen und Schüler für sich sein und üben können, wenn sie dafür zu Hause nicht die Rahmenbedingungen vorfinden.
Räume in Schulhäusern werden frei
Mit dem Auszug der Musikschule aus mehreren Primar- und Kindergartenliegenschaften sowie aus der römisch-katholischen Kirchgemeinde erhält die Gemeinde dringend benötigte zusätzliche Räumlichkeiten für den klassischen Schulunterricht und spart Mietkosten bei externen Liegenschaftseigentümern.
Der Musikschule Reinach stehen neu 1900 Quadratmeter Geschossfläche an einem Ort zur Verfügung. «Im Haus der Musik ist alles anders», versprach Haller und meinte damit die auf die Musikschule ausgerichteten Räumlichkeiten. Man habe bei der Transformation des Gebäudes nicht geklotzt, versicherte Haller und sprach von einem «rundum gelungenen Projekt».








