Auf den Spuren von Hummel, Biber und Schuppenwurz

Der Naturschutzdienst Baselland lädt immer wieder zu Streifzügen durch die grossen Naturschutzgebiete des Baselbiets. Darunter ist auch die Reinacher Heide. Das «Wochenblatt» hat eine Gratis-Exkursion mitgemacht.

Posten im Auenwald: Ranger Götsch erklärt das parasitäre Leben des Schuppenwurzes.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Posten im Auenwald: Ranger Götsch erklärt das parasitäre Leben des Schuppenwurzes. Foto: Thomas Brunnschweiler

Es ist einer der wärmsten Tage im April, der sich so sommerlich anfühlt wie ein Julitag. Beim Heidebrüggli empfängt Ranger Philipp Götsch die kleine Gruppe von Naturfreunden. Nach einer allgemeinen historischen und geografischen Einführung müssen die Teilnehmenden sagen, wie viele Vorschriftswidrigkeiten sie bereits von der Brücke aus erkennen können. Offenbar lesen nur wenige Heidebesucher die Vorschriften bei den Eingängen. Die beiden Ranger Yannick Bucher und Philipp Götsch erteilen selbst keine Bussen, können aber bei Regelüberschreitungen die Personalien aufnehmen und erstatten bei gravierenden Fällen Anzeige. Beim zweiten Posten müssen wir mit einem Taschentuch Pollen einfangen und erfahren beim dritten Posten am Beispiel Chinas Wissenswertes über die Folgen des Bienensterbens. Immer wieder macht Götsch auf Blumen und Sträucher am Wegrand aufmerksam und beantwortet geduldig Fragen.

Seltene Pflanze und Mikroplastik

Beim vierten Posten gibt es eine Lektion zur Hummel, die schon bei 2 Grad Celsius auszufliegen beginnt und selbst eine Maus aus ihrem Loch zu vertreiben vermag. Philipp Götsch, der gelernter Forstwart ist und eine Anstellung als Berufsbildner hat, versieht die Aufgabe als Heide-Ranger zu 10 Prozent. Weiter geht es an die Birs und in den Auenwald, wo, wie ein Blick auf ein Häufchen Tierkot gezeigt hat, bereits so viel Plastikabfall herumliegt, dass Bestandteile davon in die Nahrungskette der Tiere gelangen. Beim fünften Posten weist der Ranger auf den seltenen Schuppenwurz hin. Der Schuppenwurz ist ein Parasit, der sich von der Energie anderer Pflanzen ernährt. Hier erfährt man zudem, dass auch Bäume Sonnenbrand bekommen können. Natürlich ist der Biber ein Thema, der erst vor kurzem an der Birs wieder eine Heimat gefunden hat.

Nächste Exkursion am 20. Mai

Es ist ein Glücksfall, dass die Reinacher Heide als Naturschutzgebiet ausgesondert worden ist und besondere Aufmerksamkeit erhält. Doch Abfälle, Velofahrer, Spaziergänger mit Hunden und Ausflügler, welche die Wege verlassen oder gar in der Birs schwimmen, zeigen, dass das Bewusstsein für den Wert dieses Gebietes noch nicht so entwickelt ist, wie es sein müsste. Um dieses Bewusstsein zu fördern, leisten die beiden Ranger eine wichtige Aufgabe. Neben der Reinacher Heide sind auch Wildenstein und die Talweiher hinter Rothenfluh Orte, an denen es Gratisexkursionen gibt. Die nächste Exkursion in der Reinacher Heide findet am 20. Mai um 16 Uhr ab Heidebrüggli statt. Weitere Exkursionen gibt es am 24. Juni und 9. September.

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