Auf den Spuren der Biber

Hunderte Besucher nutzten am Sonntag die Gelegenheit, von den Rangern des Naturschutzdienstes Baselland in die Geheimnisse der Reinacher Heide eingeweiht zu werden.

Entdeckungsreise in der Reinacher Heide: Die beiden Ranger Jean-Luc Perret (l.) und Yannick Bucher brachten den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern die Welt der Wassernager näher.  Foto: Bea Asper
Entdeckungsreise in der Reinacher Heide: Die beiden Ranger Jean-Luc Perret (l.) und Yannick Bucher brachten den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern die Welt der Wassernager näher. Foto: Bea Asper

Der Biber hat die Birs und das Ufer in der Reinacher Heide als Heimat angenommen. Daran bestehe kein Zweifel mehr, auch wenn selbst ein Ranger die Tiere kaum zu Gesicht bekomme. Dies liege daran, dass dieser tagsüber in der Heide unterwegs sei und der Biber nachts, erklärte Yannick Bucher, leitender Ranger des Naturschutzdienstes Baselland. «Der Biber baut sich vom Fluss aus sein eigenes Tunnelsystem, dazu kann er längere Zeit unter Wasser bleiben, sodass man ihn oft nicht sieht», erklärte Bucher.


Bekannte Bewohnerin

Bucher und seine Ranger-Kollegen vom Naturschutzdienst Baselland führten die Besucherinnen und Besucher an die Orte, an denen man Spuren vom Biber entdecken kann. Besonders die Kinder zeigten sich von den Fussabdrücken des Bibers, aber auch von seinen Nage-Fähigkeiten sehr beeindruckt. «Biber fällen Bäume, um an Nahrung zu gelangen und Dämme und Burgen zu bauen», sagte Bucher. «Als Vegetarier fressen sie die schmackhaften jungen Zweige und Knospen aus den Baumkronen sowie im Winter die Rinde. Sie bevorzugen Weichhölzer wie Weiden und Pappeln.»

Biber leben in Familienverbänden, die in der Regel aus den Elterntieren und den letzten zwei Jungtiergenerationen bestehen. «Zwischen April und Juni bringt das Weibchen ein bis vier Junge zur Welt – in der Biberburg, deren Eingang unter Wasser liegt.» Beim Weibchen in der Reinacher Heide handle es sich wahrscheinlich um Justine, verriet Bucher. Die Biber-Dame war einst vor dem Haupteingang des Basler Zoos entdeckt, reingelassen und später im Naturschutzgebiet des Kantons Basel-Landschaft ausgesetzt worden. Bucher erklärte den Besucherinnen und Besuchern, dass die ältesten geschlechtsreifen Biber das elterliche Revier verlassen müssten und sich ein neues Zuhause aufbauen.


Verdrängung der Flora und Fauna

Nebst den Führungen durch das Gelände stellte der Naturschutzdienst Baselland an sechs Posten die Tier-und Pflanzenwelt im Detail vor. Trotz kleiner Fläche sei das Gebiet äusserst vielfältig, erklärte Ranger Jean-Luc Perret. Man machte aber auch auf die Verdrängung hiesiger Pflanzen und Tiere durch eingewanderte Arten aufmerksam und sensibilisierte für das Müllproblem. Die Abfallmenge habe sich in den letzten Jahren zwar reduziert, dennoch brauche es nach wie vor viel Sensibilisierungsarbeit, erklärten Jens Schäfer und Sigi Kuentz am Stand der Heidewarte, die von der Gemeinde Reinach eingesetzt sind.

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