Astronomische Überraschungen

Die Schemeli Bühne Reinach übertrifft mit ihrem umgemodelten Klassiker «Drei Männer im All» alle Erwartungen – Ein Stück Moral mit wunderbar subtilem Humor.

Grosser Auftritt der Schemeli-Bühne: Auch im fernen Weltall geht es letzendlich um die Liebe.  Foto: ZVG
Grosser Auftritt der Schemeli-Bühne: Auch im fernen Weltall geht es letzendlich um die Liebe. Foto: ZVG

Bea Asper

 

Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht. Ein grosses Lob an die Schauspieler», kommentierte Besucherin Corinne Herrmann die neuste Inszenierung «Drei Männer im All» der Schemeli Bühne Reinach. Sie spricht vielen aus dem Herzen. Mit tosendem Applaus und Zurufen brachte das Publikum seine Begeisterung in der Weiermatthalle zum Ausdruck. Die glücklichen Gesichter zu sehen, das sei ein so dankbares Gefühl, sagt Vereinspräsidentin Pia Meister später gegenüber dieser Zeitung: «Das geht unter die Haut.»

Das Meisterwerk sei das Resultat des Gemeinschaftsgedankens der wunderbar funktionierenden Theaterfamilie, die im letzten Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feierte und das Glück hat, auf fleissige Helferinnen und Helfer zählen zu können, ohne die die Schemeli Bühne nicht funktionieren könnte. Mit einem Augenzwinkern erläutert Meister, dass das Eintauchen in die Theaterwelt eine Art Therapie sei, eine Ablenkung von den Alltagssorgen oder eine Therapie von einer Sucht oder eine Therapie, die zur Sucht werde.

Vom Skiort hinauf auf den Mond
Der Vorschlag von Regisseur Daniel Kaiser, den verfilmten Roman von Erich Kästner «Drei Männer im Schnee» als Vorlage zu nehmen, war von den Schauspielenden gutgeheissen worden. Gemeinschaftlich wurde das Werk umgeschrieben. «Wir treffen uns jeweils im Frühjahr zu einem Weekend und fühlen uns ein in die verschiedenen Rollen», erklärt Pia Meister. Entstanden ist ein futuristisches Stück mit Moral und wunderbar subtilem Humor. Die Idee, die Verwechslungskomödie aus dem Jahre 1934, die Kästner in einem Nobelhotel in einem Schweizer Skiort ansiedelt, in das Luna-Resort auf den Mond zu überführen und auf der Zeitachse um 130 Jahre nach vorne zu schieben, spornte die Mitwirkenden zu Höchstleistungen an.

So scheuten die Theatermacher für die Technik wie für das Bühnenbild keinen Aufwand – den Zuschauern wurde mit der astronautischen Mondwanderung astronomische Überraschungen geboten. Gleich und zeitlos bleibt indessen die Moral der Geschichte: Interesse, Herzlichkeit und Liebe der Menschen verändern sich mit dem Portemonnaie. Als Millionär wird man umgarnt, als armer Schlucker vertrieben. Doch wenn drei Männer sich finden, die das Herz auf dem rechten Fleck haben, dann zerbricht ihre Freundschaft weder am Geld noch an einem kleinen Schwindel. Und als Happy-End gibt es eine Hochzeit aus echter Liebe.

«Drei Männer im All», Schemeli Bühne Reinach, Weiermatthalle, 30.
und 31. Januar sowie 6. und 7. Februar, 20 Uhr, Türöffnung 18 Uhr.

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