Am 1. Mai heissts «Ab ufs Land»!

Hinter der Aktion «Ab ufs Land!» steht der Bauernverband beider Basel und initiative Landwirte.

Tiere sind die grosse Attraktion auf dem Neuhof: Christian Schürch und zwei an der Aktion «Ab ufs Land» beteiligte Frauen. Foto: Thomas Brunnschweiler
Tiere sind die grosse Attraktion auf dem Neuhof: Christian Schürch und zwei an der Aktion «Ab ufs Land» beteiligte Frauen. Foto: Thomas Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

Die Zeiten, da fast jeder Einwohner der Schweiz Verwandte oder Bekannte in der Landwirtschaft hatte und von Zeit zu Zeit einem Hof einen Besuch abstattete, sind längst vorbei. Da viele Kinder in der Stadt kaum mehr wissen, wie eine Kuh in natura aussieht, ist Öffentlichkeitsarbeit für den Berufsstand des Landwirts sehr wichtig. Die Landwirtschaft in den beiden Basel hat sich enorm entwickelt. Der Trend geht weg vom reinen Produktionsbetrieb zum kunden- und marktorientierten Betrieb.

Der Bauernverband beider Basel lud bereits 2006 die Bevölkerung ein, an einem arbeitsfreien Tag landwirtschaftliche Betriebe zu besuchen. Am 1. Mai dieses Jahres ist es wieder soweit. 30 Landwirtschaftsbetriebe in den beiden Basler Halbkantonen laden ein zum Tag der Offenen Tür. Das Projekt trägt den Namen «Ab ufs Land» und wird von namhaften Institutionen gesponsert.

Birseck: Attraktionen auf vier Höfen

Im Birseck sind es vier Adressen, die das Interesse auf sich ziehen: der Neuhof und der Erlenhof in Reinach, der Hof Unter-Grut der Familie Banga in Münchenstein und die Tschäpperli-Weine in Aesch. Christian Schürch ist Pächter des Neuhofs, welcher der Stadt Basel gehört. «Ich war früher im Oberbaselbiet», sagt er; dort sei man für eine solche Aktion zu weit ab vom Schuss gewesen. «Hier jedoch ist eine tolle Lage, wir haben einen grossen Hof und viele Möglichkeiten.» Schürch schätzt das Gefühl, von der Bevölkerung getragen zu sein, die gerne auf seinen Hof kommt. «Für unsere Weiterexistenz sind wir auf Öffentlichkeitsarbeit angewiesen. Der Aktionstag gibt viel Arbeit und wir verdienen nichts daran.» Der Neuhof hat eine Fläche von rund 75 Hektaren, betreibt Milchwirtschaft und Ackerbau und hat 12 Prozent Ökoflächen und eine Labelproduktion IP-Suisse.

 Susanna und Christian Schürch sind jederzeit offen für Besucher und bieten auch viele Attraktionen an. Am 1. Mai gibt es neben der Festwirtschaft und musikalischer Unterhaltung einen Hofrundgang, Kutschenfahrten zum Erlenhof, Ponyreiten, eine Strohburg, ein Trampolin und natürlich den Streichelzoo. Um 14 Uhr hält Gemeindepräsident Urs Hintermann eine Ansprache. Zu erreichen ist der Hof mit dem 11er-Tram und dem Bus 62.

Der Erlenhof präsentiert Kinderreiten, «Bullriding», ebenfalls Kutschenfahrten, eine Strohburg und einen Gras-Meditationsweg. Hier gibt es auch einen Hofladen und Verpflegung vom Grill. Bei der Familie Banga in Münchenstein kann man sich beim Raclette-Plausch und in der Milchbar verköstigen; auch hier gibt es eine Strohburg und Ponyreiten. Und schliesslich lädt Monika Fanti im Tschäpperli in Aesch zur Degustation des Weinsortiments und zu Rebbergführungen. Der Aktionstag ist eine ausgezeichnete Alternative zu einem Ausflug ins nahe Ausland, mit deren Wahl man erst noch seine Solidarität mit der Schweizer Landwirtschaft demonstrieren kann.

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