Reinach: Musik
21.03.2018

Die Musikgesellschaft zog es zweimal «ostwärts»

Nachwuchstalent am Xylofon: Adrian Schär spielte virtuos; im Hintergrund Matthias Kümin.  Fotos: Thomas BrunnschweilerEhrenpräsident: Olivier Humair bleibt als Klarinettist weiter aktiv.

Nachwuchstalent am Xylofon: Adrian Schär spielte virtuos; im Hintergrund Matthias Kümin. Fotos: Thomas Brunnschweiler

Ehrenpräsident: Olivier Humair bleibt als Klarinettist weiter aktiv.

Thomas Brunnschweiler

Im Gegensatz zum Freitag war die Weiermatthalle am Samstag am Jahreskonzert der Musikgesellschaft Konkordia Reinach besser besetzt, und dies trotz anhaltendem Schneefall. Den Auftakt des Abends bildete der Einmarsch des Blasorchesters der Musikschule Reinach, das zuerst «Olympic Spirit» spielte. Vereinspräsident Olivier Humair, der dem Anlass zum 14. Mal vorstand, gab seinen Rücktritt und den Namen seines Nachfolgers bekannt. Es ist Urban Roth, der im Waldhorn-Register spielt. Nach der Übergabe eines Schecks über 500 Franken an das Jugendblasorchester konnte Adrian Schär in «Helter Skelter» solistisch am Xylofon brillieren. Es folgten das abwechslungsreiche Medley «The Star Wars Saga» und Justin Timberlakes «Can’t stop the Feeling». Vom stark beklatschten und von Matthias Kümin sicher dirigierten Jugendensemble gab es als Zugabe Irving Berlins Jazzstandard «Puttin’ on the Ritz».

Hohes Niveau

Nach der Pause erklang zum Einzug ein Marsch. Urban Roth gratulierte Peter Christen zum 40-jährigen Vereinsjubiläum und zum Titel eines kantonalen Ehrenveteranen. Olivier Humair wurde nach 37-jähriger Vereinsmitgliedschaft – davon 26 Vorstands- und 14 Präsidialjahre – zum Ehrenpräsidenten ernannt. Dann griff Denis Laile, der das Ensemble bald verlassen wird, zum Taktstock. Nach japanischen pentatonischen Klängen, der Suite «Balkanya» und zwei Stücken von Yosuke Fukuda erklang die Filmmusik «The Last Samurai» von Hans Zimmer. Hier zeigte die MG Konkordia ihr ganzes Potenzial. Das Schlagwerk kam in der kriegerischen Passage massiv zum Einsatz, die idyllischen Teile waren akkurat gespielt, die Accelerandi homogen. Selbst die Kriegsschreie der Samurai wurden von den Musikern rhythmisch präzise vorgebracht. Nach diesem klanglichen Höhepunkt spielte das Ensemble noch «Abschied der Slawin», einen russischen Marsch von 1912. Das Orchester zeigte ihre Klasse durch einen satten Gesamtklang, präzise und subtile Dynamik und ausgesprochene Musikalität.

Aktuelles Motto

Nach den Danksagungen taten sich die beiden Ensembles zu einer Grossformation zusammen. Die «Hymn to Red October» ist die Titelmelodie des Films «Jagd auf Roten Oktober» und ist von sowjetischem Pathos geprägt, und manch einer dachte wohl an die zeitgleiche Wahl Putins in Russland. Auch im «A Klezmer Karnival» von Philip Sparke standen die Jungen der MG Konkordia bezüglich Tempo- und Rhythmuswechsel in nichts nach. Das Thema «ostwärts» funktionierte; Goethe hätte wohl gesagt: «Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.»