Bauboom und finanzielle Stabilität

Hielt die Ansprache: Gemeindepräsident
Hielt die Ansprache: Gemeindepräsident

Die runden Tische waren am Sonntag gut gefüllt – rund 150 Gäste waren der Einladung der Gemeinde Reinach zum Neujahrsapéro im Gemeindehaus gefolgt. Nach einer musikalischen Einstimmung durch den Jodlerklub Reinach spannte Gemeindepräsident Melchior Buchs (FDP) in seiner Neujahrsansprache einen Bogen über jene Themen, die Reinach derzeit besonders beschäftigen.

Besonders die vielen Bauprojekte gäben zu reden, meinte Buchs. Es herrsche ein regelrechter Bauboom, so die Meinung vieler. Buchs zeigte diesbezüglich auf, dass Reinach sein bisher grösstes Bevölkerungswachstum in den 1960 bis 1980er-Jahren verzeichnete – viele Häuser seien in dieser Periode gebaut worden. Die in die Jahre gekommene Bausubstanz müsse nun erneuert werden und die Gemeinde fördere diesen Prozess. «Gleichzeitig soll dort, wo das vertretbar ist, auch eine intensivere Nutzung eines Grundstücks möglich sein», erklärte Buchs. Der neue Zonenplan Siedlung von 2015 setze Anreize, indem gewisse Gebiete im Ortszentrum und entlang der Hauptverkehrsachsen aufgezont worden seien. Dies führe dazu, dass auf Grundstücken mit älteren Einfamilienhäusern und Umschwung jetzt Mehrfamilienhäuser gebaut werden. «Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass solche Projekte einzeln betrachtet Irritationen auslösen können. Im Gesamtzusammenhang, den heute knappen Boden besser zu nutzen, macht ein solches Vorhaben aber Sinn», resümierte der Gemeindepräsident. Reinach werde nach der Umsetzung der aktuellen Quartierpläne um etwa 1500 Personen wachsen. «Wir rechnen damit, dass wir in diesem Jahr den 20000. Einwohner oder die 20000. Einwohnerin in Reinach begrüssen dürfen», so Buchs.

Mehr Steuerzahlende erwünscht

Das Bevölkerungswachstum sei auch für die Stabilisierung der Gemeindefinanzen wichtig, erklärte Buchs. Zwar hätten die Coronajahre ein weniger grosses Loch in die Gemeinde-Kasse gerissen als angenommen, dennoch: «Stabile Finanzen werden in den nächsten Jahren die grosse Herausforderung unserer Gemeinde bleiben», hielt er fest. Bildung, Sozialausgaben sowie Gesundheit und Alter seien die drei grössten Ausgabepositionen der Gemeinde – die Kosten belaufen sich auf jährlich rund 45 Mio. Franken. «Das sind 82 Prozent der gesamten Vollkosten, rechnete Buchs vor. «Es bleiben also noch knapp 20 Prozent, das heisst etwa 10 Millionen für alle anderen Aufgaben der Gemeinde.» Da der Anteil der älteren Bevölkerung in Reinach seit Jahren stark steige, rechne die Gemeinde allein in diesem Bereich mit einem jährlichen Kostenwachstum von einer Million Franken. Zum Schluss machte Buchs noch einen Ausblick ins Jahr 2024: Dann feiert die Stadt vor der Stadt ihr 850-jähriges Bestehen. Festlichkeiten seien das ganze Jahr über geplant.

Zudem verwies der Gemeindepräsident auf das Wunschbuch hin, das noch bis Ende dieser Woche im Gemeindehaus aufliegt. Wem ein Wunsch auf dem Herzen liegt, der kann diesen in dem grossen Buch festhalten.

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