Die Fasnacht nimmt wieder Fahrt auf – und feiert sich selbst

Am Samstag gab das Fasnachtskomitee Reinach das Sujet und den Gewinner des Blaggeddenwettbewerbs bekannt.

Enthüllung: Künstler Urs Witta und Obfrau Désirée Lang Wenger präsentieren die Blaggedde 2023. Foto: Caspar Reimer
Enthüllung: Künstler Urs Witta und Obfrau Désirée Lang Wenger präsentieren die Blaggedde 2023. Foto: Caspar Reimer

«Ändlig wieder Fasnacht, vorwärts luege» lautet das Sujet der Reinacher Fasnacht 2023. Bei strahlendem Sonnenschein und fast frühlingshaften Tem­peraturen trafen sich die Reinacher Fasnächtlerinnen und Fasnächtler am vergangenen Samstagmittag auf dem ­Gemeindehausplatz, um sich mit dem Blaggedden-Fest auf das närrische Treiben einzustimmen. Die Freude darüber, nach zwei Jahren Pause wieder der Fasnacht frönen zu dürfen, war förmlich in der Luft zu greifen.

«Acht Blaggedden-Vorschläge sind in diesem Jahr beim Fasnachtskomitee eingereicht worden», sagt Obfrau Désirée Lang Wenger. Wie immer seien die Vorschläge anonym durch den Vorstand begutachtet und geprüft worden. «Erst nach der Abstimmung schauen wir jeweils nach, wer der Künstler oder die Künstlerin ist.» Kreiert hat die diesjährige Blaggedde das Reinacher Fasnachtsurgestein Urs Witta: «Es freut uns natürlich, dass der Künstler 2023 ein Mann ist, der ganz eng mit unserer Fasnacht verbunden ist.» Witta stand in der Vergangenheit selbst fünf Jahre als Obmaa dem Komitee vor, brillierte bereits einmal als Sieger im Wettbewerb und ist zudem Gründungsmitglied der Nuscheliwaggis, die heuer ihr 25-jähriges Bestehen feiern.

Eingebung im Spinnennetz

«Mein Sujet ist in letzter Minute entstanden», erzählt Urs Witta. Nur etwas mehr als eine Stunde vor Einsendeschluss bestieg der 58-Jährige bei sich zuhause den Estrich, hatte das Gesicht voller Spinnennetze und sah vor sich die Kiste mit alten Fasnachtslarven. In diesem Moment sei ihm die Eingebung für sein Motiv gekommen: Die Blaggedde stellt eine Alti Dante dar, die einem jungen Waggis zeigt, wie Fasnacht geht. Auch das Spinnennetz, das der Idee zugrunde liegt, ist in der oberen rechten Ecke kunstvoll eingewoben.

Eigentlicher Start der Fasnacht ist der Schmutzige Donnerstag am 16. Februar. Rund 1500 Kinder und Lehrpersonen, unterstützt durch Reinacher Guggenmusigen und kleinen Elterngruppen, nehmen jeweils teil. Weiter geht es am Freitagabend mit dem gossen Guggenfestival s’Vorspiel an fünf Orten im Dorfzentrum, wobei 16 Formationen aus der ganzen Schweiz nach Reinach pilgern. Am Samstag startet der eigentliche Fasnachtsumzug um 14 Uhr. An die 65 Formationen laufen mindestens zweimal die ganze Route ab, zeigen ihre Sujets und ihr musikalisches Können. Am Abend steigen das Guggenkonzert und die Strassenfasnacht bis tief in die Nacht. Eine Woche später, am 24. Februar, endet die Fasnacht mit dem Cherusball.

Massive Teuerung

Das Fasnachtskomitee muss in diesem Jahr mit etwas weniger Geld zurechtkommen, da der Beitrag der Gemeinde im Rahmen der Sparmassnahmen um 20 Prozent gekürzt wurde. «Gleichzeitig ist seit der Pandemie alles massiv teurer geworden», sagt Désirée Lang Wenger. Trotzdem hat das Komitee entschieden, selbst auf Preiserhöhungen zu verzichten. Auch die Blaggedde kostet weiterhin 9 Franken in Kupfer, 16 Franken in Silber und 35 Franken in Gold. «Es ist aber möglich, dass auch wir im kommenden Jahr die Preise erhöhen müssen.» Zu kaufen gibt es die Blaggedde an den Kiosken im Dorfzentrum und bei Coop, in der Raiffeisenbank und in der Bäckerei Grellinger.

www.fasnachtrynach.ch

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